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Ein Unternehmen gründen – Voraussetzungen und Empfehlungen

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Unternehmen gründen

Ein Unternehmen zu gründen, erfordert oft mehr als eine gute Idee, nämlich auch viel Engagement und Ressourcen. Darüber hinaus gibt es einen enormen bürokratischen Aufwand bei verschiedenen Behörden, etwa das Ausfüllen von Antragsformularen und das Erfüllen von Vorschriften und Normen. Als Existenzgründer, der über eine Unternehmensgründung in Deutschland nachdenkt, ist es entscheidend, dass Sie geeignete Vorarbeiten leisten. Praktisch bedeutet dies, Ihr vorgeschlagenes berufliches Umfeld zu erkunden. Sie müssen Marktchancen recherchieren (Produkte und Dienstleistungen), einen Businessplan entwickeln, ausreichend Startkapital aufbringen und sich mit neuen Gesetzen und Vorschriften auseinandersetzen. Über diese administrativen Überlegungen hinaus ist es auch wichtig, die Geschäftsgepflogenheiten und Best Practices in Ihrem Zielmarkt zu verstehen: Was kostet es, ein Unternehmen zu gründen? Wie gründet man ein Unternehmen in Deutschland? Müssen Sie spezielle Räumlichkeiten oder Geräte erwerben? Um die Antworten auf diese Fragen zu finden, müssen Sie im Voraus Ihre Hausaufgaben machen.

Rechtsformen

Bevor Sie den formalen Prozess der Unternehmensgründung in Deutschland beginnen können, müssen Sie sich für die passende Rechtsform Ihres Unternehmens entscheiden. In Deutschland sind die Optionen für die Unternehmensstruktur:

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): Die GmbH ist in Deutschland die häufigste Rechtsform für kleine und mittlere Unternehmen. Das minimale Stammkapital für eine GmbH beträgt 25.000 Euro. Eine Alternative dazu ist eine Mini-GmbH, d.h. eine Unternehmensgesellschaft (UG). Eine UG ist die populärste Unternehmensstruktur bei Existenzgründern, da ein Mindeststammkapital nur von 1 Euro erforderlich ist.

Aktiengesellschaft (AG): Die AG benötigt mindestens fünf Mitglieder und ein Startkapital von 50.000 Euro.

Offene Handelsgesellschaft (oHG) oder Kommanditgesellschaft (KG): Bei einer oHG haften alle Gesellschafter und müssen das Geschäft im Rahmen ihrer vertraglichen Vereinbarung betreiben – bei einer KG ist die Haftung beschränkt.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Die GbR ist eine Struktur, die für sehr kleine Unternehmen oder solche, die von mindestens zwei Partnern geführt werden, geeignet ist.

Andere Rechtsformen sind die Tochtergesellschaft (die unabhängig von ihrer Muttergesellschaft geführt wird) und die Zweigniederlassung (die verwaltungsmäßig von ihrer Muttergesellschaft abhängig bleibt).

Die Wahl der Rechtsform hängt von Ihrem Businessplan und natürlich Ihrem Stammkapital ab.

Wie hoch sind die Gründungskosten bei einer Firmengründung in Deutschland?

Bei der Gründung einer Firma in Deutschland wird Anlegern empfohlen, die Gesamtkosten für die Eröffnung des Unternehmens zu berücksichtigen. Das Mindeststammkapital ist eines der Hauptanliegen, und wie oben erwähnt, wird eine GmbH mit einem Mindeststammkapital von 25.000 Euro gegründet, während eine AG mit 50.000 Euro gegründet wird. Eine billigere und einfachere Option ist die UG, für die man nur 1 Euro Stammkapital braucht. Diese Anfangsinvestition wird jedoch nicht ausreichen, um ein Unternehmen zu gründen. Abgesehen vom Stammkapital müssen die Investoren auch über die Mittel verfügen, um eine Immobilie zu kaufen oder zu mieten, die als Hauptsitz für das Unternehmen genutzt wird. Startups können erwägen, über ein virtuelles Büro zu arbeiten, was eine kostengünstigere Lösung sein kann. Die sonstigen Aufwendungen umfassen die Ausstattung der Zentrale sowie die Mitarbeitervergütungen.

Firmenregistrierung

Nachdem die Rechtsform Ihres Unternehmens festgelegt ist, kann der formale Prozess der Firmenregistrierung beginnen. Bevor Sie Ihr Gewerbe anmelden, müssen Sie in den meisten Fällen bestimmte Materialien zusammenstellen und eine administrative Checkliste durchgehen, darunter:

· Erstellung von Gesellschaftsverträgen – inklusive Angaben wie Firma, Gesellschafter und Sitz.

· Beurkundung von Gesellschaftsverträgen durch einen rechtskundigen deutschen Notar. Alle Gesellschafter müssen die Satzung vor der notariellen Beurkundung unterzeichnen.

· Einzahlung des Grundkapitals auf das Geschäftskonto.

Sind diese wichtige Schritte erledigt, kann der letzte Teil des Gründungsprozesses – also die Eintragung ins Handelsregister – beginnen. Notare reichen die Anträge hierzu einschließlich aller relevanten Unterlagen elektronisch ein. Nach der Einreichung muss das Handelsregister unverzüglich eine Entscheidung treffen (obwohl das Verfahren in Wirklichkeit mehrere Tage dauern kann). Die mit der Gewerbeanmeldung verbundenen Gebühren variieren je nach Unternehmensstruktur, können jedoch zwischen etwa 250 Euro und mehr als 500 Euro liegen. Nachdem das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen wurde, wird es sofort zu einer juristischen Person.

Abhängig von den Vorschriften des Standorts, an dem Sie das Unternehmen aufbauen, müssen möglicherweise weitere Registrierungen bei Bundes- und Landesbehörden vorgenommen werden, darunter:

- Steuerbehörden

- Handelskammer

- Gewerbeamt

- zuständige Berufsgenossenschaft

- Lokales Arbeitsamt

Bankkonto eröffnen

Alle Unternehmen müssen ein Bankkonto eröffnen. Wenn Sie sich bei traditionellen Banken bewerben, sollten Sie darauf achten, immer mit den vom Notar ausgestellten Unterlagen zu erscheinen. Sie können sich bei mehreren Banken gleichzeitig bewerben und warten, bis eine Ihren Antrag akzeptiert. Banktermine sollten unmittelbar nach dem Notartermin stattfinden.

Verschiedene Banken können unterschiedliche Anforderungen haben, erkundigen Sie sich daher unbedingt nach diesen Dokumenten, bevor Sie Ihren Antrag stellen. Finden Sie auch heraus, welche Formate sie akzeptieren.

Genehmigungen & Lizenzen

Einige Unternehmen in Deutschland benötigen Genehmigungen oder Lizenzen und bestimmte Qualifikationen, bevor sie ihre Tätigkeit aufnehmen können. Bewilligungsvorschriften gelten für eine Vielzahl von Berufsfeldern – etwa im grenzüberschreitenden Handel, im Bauwesen oder in der Glücksspielbranche. Beispiele für Unternehmen, die möglicherweise Genehmigungen und Lizenzen benötigen, sind:

  • Buchhaltung
  • Finanzdienstleistungen
  • Sicherheit
  • Beschäftigung/Rekrutierung
  • Hotels
  • Restaurants
  • Reisen

Bei der Registrierung müssen möglicherweise Lizenzen und Genehmigungen vorgelegt werden – stellen Sie daher sicher, dass Ihr Unternehmen über die relevanten Dokumente verfügt, bevor der Prozess beginnt.

Personal einstellen

Nachdem Sie die Registrierung und Lizenzierung abgeschlossen haben, sollte Ihr Weg zum Handel in Deutschland frei sein – aber je nach Art des Unternehmens, das Sie betreiben, müssen Sie möglicherweise einen letzten Schritt durchführen: die Einstellung von Mitarbeitern.

Glücklicherweise können deutsche Unternehmen aus einem Pool hochqualifizierter Mitarbeiter schöpfen – und es gibt viele Agenturen, die bei der Rekrutierung helfen. Wenn Sie Mitarbeiter in Deutschland einstellen, gehen Sie selbstverständlich gewisse Pflichten ein, darunter die Aufnahme in die betriebliche Lohnabrechnung sowie die steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Anmeldung.

Buchhaltung

Suchen Sie nach einem guten Buchhaltungsservice und stellen Sie sicher, dass er gut in Ihr Unternehmen integriert ist. Sie müssen sicherstellen, dass der Dienstleister einen guten Ruf hat und dafür bekannt ist, qualitativ hochwertige Dienstleistungen zu erbringen. Schauen Sie sich zunächst an, wie ihre Gebühren strukturiert sind. Manche Buchhalter berechnen ihr Honorar basierend auf dem Jahresumsatz, andere sehen sich dazu einfach die ein- und ausgehenden Transaktionen an. Unterschiedliche Strukturen sind ideal für unterschiedliche Unternehmen.

Eine weitere wichtige Sache, die es zu überprüfen gilt, ist ihre Methode zur Zustellung von Rechnungen und Transaktionsbelegen. Wenn sie ein kompliziertes System haben, ist es möglicherweise besser, mit einem anderen Buchhalter zu arbeiten.

Wenn Sie ein kleines Unternehmen haben oder als Freiberufler arbeiten, können Sie die Konten möglicherweise selbst verwalten. Ein größeres Unternehmen benötigt auf jeden Fall einen professionellen Buchhalter. Ohne Buchhalter haben Sie am Ende des Jahres großen Stress. Sie müssen die Eröffnungsbilanz Ihres Unternehmens erstellen. Für diesen Prozess müssen Sie einen guten Steuerberater hinzuziehen, sonst werden Sie straffällig.

Unser professionelles FINOM-Team ist in der Lage, alle erforderlichen Schritte zur Gründung eines Unternehmens für Sie durchzuführen. Wir lösen alles für Sie: von der Überprüfung des Namens bei der IHK über Eröffnung des Geschäftskontos bis zur Erstellung des Fragebogens beim Finanzamt. Sie wählen das Paket, das zu Ihnen passt.

Pflicht- und freiwillige Versicherung

Als Selbstständiger haben Sie die Wahl zwischen der sogenannten freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung. In Deutschland ist eine Krankenversicherung Pflicht.

Die Rentenversicherung ist freiwillig. Sie können freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen (und davon profitieren) oder privat vorsorgen. In jedem Fall sollten Sie Ihre Altersvorsorge gut planen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie auch freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzahlen und davon profitieren. Dies können Sie innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme Ihrer selbstständigen Tätigkeit bei der Agentur für Arbeit Ihres Wohnortes tun.

Grundsätzlich müssen Sie auch eine Berufsunfallversicherung abschließen. Dazu müssen Sie sich bei der für Ihren Beruf zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden. Bei einer Berufskrankheit oder einem Arbeitsunfall werden Sie von Ihrer Berufsgenossenschaft unterstützt. Wenn Sie Angestellte haben, müssen Sie diese ebenfalls versichern. Sie können sich auch bei Ihrer Berufsgenossenschaft zum Arbeitsschutz beraten lassen.

Egal ob junges Unternehmen, mittelständisches Unternehmen oder Großkonzern – jedes Unternehmen lebt mit allgemeinen und spezifischen betrieblichen Risiken. Allgemeine Risiken können jedes Unternehmen betreffen; dazu gehören Elementarereignisse wie Blitz, Hagel, Sturm, Feuer, Einbruch und Diebstahl. Bei der Wahl der richtigen Versicherung muss der Firmengründer nicht nur diese universellen Risiken, sondern auch seinen spezifischen Schutzbedarf im Auge behalten.

Fazit

Laut dem KfW-Gründungsmonitor 2021 wagten es im Jahr 2020 trotz Corona-Krise 537.000 Menschen, selbstständig zu werden. Junge Unternehmer gründen ihr eigenes Unternehmen, setzen somit innovative Ideen in die Tat um und fördern so Fortschritt, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Der Schritt in die Selbstständigkeit eröffnet große Perspektiven: nie wieder Ärger mit Chef und Kollegen, mehr Freiheit, die Möglichkeit, endlich jeden verdienten Euro in die eigene Tasche zu stecken und schließlich vielleicht auch viel Geld verdienen.

Unternehmer müssen aber ihre Risiken kennen und entsprechende Lösungsstrategien parat haben, sonst wird die Gründung eines Unternehmens zu einem unkalkulierbaren Glücksspiel. Mit der richtigen Vorbereitung hingegen lassen sich Risiken minimieren und Chancen steigern.

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