Online-Banken ermöglichen Dir, Geschäftszahlungen, Karten und Finanzen weitgehend digital zu verwalten. Wir vergleichen sechs Anbieter und zeigen, worauf es bei IBAN, Funktionen, Sicherheit und Eignung für Dein Business wirklich ankommt.

Inhalt

Was ist eine Online-Bank?

Eine Online-Bank wickelt ihre Leistungen überwiegend oder vollständig digital ab. Kontoeröffnung, Überweisungen, Kartenverwaltung und viele Serviceanfragen erfolgen per App oder im Browser. Eigene Filialen spielen meist keine oder nur eine geringe Rolle.

Der Begriff «Online-Bank» beschreibt vor allem, wie ein Anbieter seine Leistungen bereitstellt. Nicht jeder digitale Finanzanbieter besitzt selbst eine Banklizenz. Neben Banken gibt es beispielsweise regulierte Zahlungs- und E-Geld-Institute. Für Bankgeschäfte, Zahlungsdienste und E-Geld-Geschäfte gelten unterschiedliche aufsichtsrechtliche Erlaubnisse.

Welche Vorteile bieten Online-Banken?

Online-Banken sparen vor allem Wege und Zeit. Viele alltägliche Aufgaben erledigst Du direkt am Smartphone oder Computer.

Typische Vorteile sind:

  • digitale Kontoeröffnung und Identifikation
  • standortunabhängiger Zugriff auf das Konto
  • Push-Benachrichtigungen über Kontobewegungen
  • schnelle Verwaltung und Sperrung von Karten
  • Schnittstellen zu Buchhaltungssoftware
  • Beleg-, Rechnungs- und Ausgabenmanagement
  • digitale Zugänge für Mitarbeiter:innen
  • möglicherweise niedrigere Kontoführungsgebühren als bei klassischen Filialangeboten

Die niedrigeren Gebühren sind nicht bei jedem Anbieter garantiert. Für Unternehmen zählt deshalb vor allem, wie gut Banking, Buchhaltung und Zahlungsprozesse zum eigenen Alltag passen.

Geschäftskonto mit Online-Buchhaltung

Worauf solltest Du beim Vergleich von Online-Banken achten?

Achte nicht nur auf App und Kontoeröffnung. Für den Geschäftsalltag zählen kurz gefasst vor allem diese Punkte:

  • Rechtsform: Nicht jeder Anbieter akzeptiert GmbH, UG, GbR oder andere Gesellschaftsformen.
  • IBAN: Eine deutsche IBAN kann den Alltag mit Kund:innen, Behörden und Lastschriften vereinfachen.
  • Bargeld: Einzahlungsstellen, Limits und mögliche Gebühren sind relevant, wenn Du regelmäßig Bargeld einnimmst.
  • Buchhaltung: Schnittstellen zu DATEV, Lexware oder anderer Software können manuelle Arbeit reduzieren.
  • Teamfunktionen: Mehrere Karten, Rollen und Zugriffsrechte sind wichtig, wenn Mitarbeiter:innen Zahlungen verwalten.
  • Auslandszahlungen: Achte hierbei auf Wechselkurse, unterstützte Währungen und internationale Überweisungen.
  • Geldschutz: Prüfe, welche Institution Dein Geld verwahrt und ob eine Einlagensicherung oder ein anderer Sicherungsmechanismus gilt.
  • Kundenservice: Entscheide, ob Dir Chat und E-Mail reichen oder Du telefonische beziehungsweise persönliche Beratung brauchst.

Lege vor der Kontoeröffnung drei unverzichtbare Funktionen fest und prüfe deren Verfügbarkeit. Fehlende Funktionen verursachen später unnötige Arbeit.

Online-Banken im Vergleich: Sechs Anbieter für Unternehmen

Die Anbieter unterscheiden sich bei Preisen, Kontofunktionen, Karten, Bargeldservices, internationalen Zahlungen und zusätzlichen Finanztools. Einige decken viele Bereiche in einer Plattform ab, andere setzen stärker auf einzelne Funktionen.

AnbieterTrustpilot-BewertungZielgruppeWichtigste FunktionenPreis
Finom4,8/5Selbstständige, Freiberufler:innen und kleine UnternehmenDE-IBAN, Rechnungsstellung, Buchhaltungsintegrationen, Firmenkarten, Teamfunktionenkostenlos erhältlich, kostenpflichtig ab 8 € monatlich / 7 € bei jährlicher Abrechnung
Revolut Business4,7/5international tätige Unternehmer:innen und Unternehmen mit grenzüberschreitendem Zahlungsverkehrmehrere Währungen, internationale Überweisungen, Firmenkarten, Ausgabenmanagementkostenpflichtig ab 10 €
N26 Business4,2/5Solo-Selbstständige und Freiberufler:innenDE-IBAN, mobiles Banking, Cash26-Bargeldservice, Echtzeitbenachrichtigungenkostenlos erhältlich, kostenpflichtig ab 4,90 €
Qonto4,7/5Gründer:innen, Selbstständige und wachsende UnternehmenDE-IBAN, Rechnungsverwaltung, Buchhaltungsintegrationen, Team-Ausgabenmanagementkostenlos erhältlich, kostenpflichtig ab 9 €
bunq Business3,5/5digital arbeitende Unternehmer:innen und Unternehmen mit mehreren Zahlungsströmendeutsche und internationale IBANs, mehrere Konten, DATEV-Anbindung, automatische Steuerrücklagenkostenlos erhältlich, kostenpflichtig ab 7,99 €
FYRST3,9/5Selbstständige, Freiberufler:innen und Unternehmen mit regelmäßigem BargeldbedarfDE-IBAN, Bargeldservices, SEPA-Firmenlastschriften, Buchhaltungsanbindungenkostenlos erhältlich für natürliche Personen, kostenpflichtig ab 6 € für juristische Personen nach 6 Monaten

Finom

Finom ist keine Bank, sondern ein Fintech mit einem von der niederländischen Zentralbank zugelassenen E-Geld-Institut. Deutsche Konten erhalten eine DE-IBAN. Die Plattform verbindet Zahlungsverkehr mit Rechnungsstellung, Buchhaltungsintegrationen, Karten und Funktionen für Teams. Damit richtet sich Finom besonders an Selbstständige und Unternehmen, die ihre laufende Finanzverwaltung möglichst zentral digital organisieren möchten.

Für die Buchhaltung stehen über 30 Integrationen bereit, darunter DATEV, sevdesk und Lexware Office. Teams können je nach Funktionsumfang eigene Zugänge und Firmenkarten erhalten. Über Rollen und Kartenlimits steuerst Du, wer auf Finanzdaten zugreifen und Ausgaben tätigen darf. Auch internationale Überweisungen sind möglich.

Revolut Business

Die Revolut Bank UAB besitzt eine Banklizenz in Litauen und bietet Business-Banking mit Fokus auf internationalem Zahlungsverkehr und mehreren Währungen. Für deutsche Revolut-Business-Konten gibt es aktuell jedoch noch keine DE-IBAN. Deutsche Kund:innen erhalten derzeit eine litauische LT-IBAN; eine deutsche Business-IBAN ist laut Revolut bis Ende 2026 geplant. Der Anbieter passt daher besonders zu international ausgerichteten Unternehmen.

Für internationale Geschäfte kannst Du Guthaben in über 25 Währungen halten und weltweit Zahlungen ausführen. Firmenkarten lassen sich Teammitgliedern zuweisen und mit individuellen Ausgabelimits versehen. Für die Buchhaltung bietet Revolut Business außerdem Integrationen mit Anwendungen wie Lexware Office.

N26 Business

N26 ist eine deutsche Bank und wird von der BaFin beaufsichtigt. Das etablierte N26-Business-Angebot richtet sich vor allem an Selbstständige und Freiberufler:innen, die unter ihrem eigenen Namen arbeiten. Deutsche Nutzer:innen erhalten eine DE-IBAN. Beim klassischen Business-Konto darf kein Firmenname als Kontoinhaber angegeben werden; für Unternehmen führt N26 derzeit ein separates Firmenkonto ein. Damit eignet sich das bestehende Angebot besonders für Solo-Selbstständige mit überschaubaren Banking-Prozessen.

Mit Cash26 kannst Du in teilnehmenden Geschäften Bargeld einzahlen und abheben. Das klassische N26-Business-Konto ist jedoch auf eine kontoführende Person ausgelegt. Wenn mehrere Mitarbeitende eigene Zugänge, Firmenkarten und getrennte Freigaberechte benötigen, solltest Du prüfen, ob das neue Firmenkonto oder ein anderer Anbieter besser geeignet ist.

Qonto

Qonto ist keine Bank, sondern ein in Frankreich zugelassenes Zahlungsinstitut mit deutscher Niederlassung. Geschäftskonten in Deutschland erhalten eine DE-IBAN. Qonto unterstützt zahlreiche Rechtsformen von Freiberufler:innen und Einzelunternehmen bis zu GmbH, UG und verschiedenen Personengesellschaften. Funktionen für Rechnungen, Belege, Buchhaltung und Team-Ausgaben machen den Anbieter besonders für wachsende Unternehmen interessant.

Für die Buchhaltung kannst Du unter anderem DATEV und Lexware Office anbinden. Je nach Schnittstelle lassen sich Kontoumsätze und Belege übertragen. Prüfe dabei, welche Daten Deine Steuerberatung benötigt, denn nicht jede Integration synchronisiert automatisch auch Rechnungen und Belegdaten.

bunq Business

bunq ist eine niederländische Bank mit Vollbanklizenz der De Nederlandsche Bank. Wer ein Business-Konto mit deutscher Adresse eröffnet, erhält eine deutsche IBAN. Die Plattform setzt stark auf digitale Kontoverwaltung und unterstützt zusätzlich internationale IBANs in mehreren europäischen Ländern. bunq eignet sich damit besonders für digital arbeitende Unternehmen, die Konten und Zahlungsströme flexibel strukturieren möchten.

Auch Bargeld kannst Du über teilnehmende Geschäfte einzahlen oder abheben, sofern Dein Kontomodell den Dienst unterstützt. Für die Buchhaltung bietet bunq unter anderem eine DATEV-Anbindung. Mit AutoMwSt lassen sich zudem Umsatzsteuerbeträge automatisch zurücklegen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom gewählten Angebot ab.

FYRST

FYRST ist keine eigenständige Bank, sondern die digitale Business-Marke der Deutsche Bank AG. Das Geschäftskonto besitzt eine deutsche IBAN und unterstützt zahlreiche Rechtsformen. Anders als viele reine Digitalanbieter bietet FYRST über die Infrastruktur von Deutscher Bank, Postbank und Cash-Group-Automaten zudem Zugang zu Bargeldservices.

Neben den Bargeldservices unterstützt FYRST auch SEPA-Firmenlastschriften und internationale Überweisungen. Für die Buchhaltung stehen unter anderem DATEV und sevdesk als Anbindungen zur Verfügung. Das ist besonders für Betriebe interessant, die Bareinnahmen mit digitaler Buchhaltung und verschiedenen Zahlungsarten verbinden möchten.

KI-Buchhaltung entdecken

Online-Bank oder Filialbank: Was passt besser zu Deinem Business?

Wie gut ein Geschäftskonto zu Deinem Unternehmen passt, zeigt sich oft erst, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Was passiert beispielsweise, wenn Dein Kontozugang gesperrt ist, eine dringende Überweisung aussteht oder Du kurzfristig ein höheres Zahlungslimit benötigst? Prüfe vor der Kontoeröffnung, wie der Anbieter solche Fälle löst und welche Unterstützung Du erhältst. So findest Du heraus, ob die Bank auch in kritischen Situationen zu Deinen Geschäftsabläufen passt.

KriteriumOnline-Banken und digitale AnbieterKlassische Filialbanken
Kontoeröffnungmeist vollständig digitalonline oder vor Ort
Filialenmeist keine eigenen Filialenpersönlicher Besuch möglich
Digitale Funktionenhäufig zentraler Bestandteilje nach Bank unterschiedlich
Gebührenhäufig günstigere Kontomodelle, je nach Anbieter und Leistungsumfangje nach Bank und Kontomodell unterschiedlich, teils höhere Grundgebühren
Kundenservicemeist Chat, E-Mail und Telefonzusätzlich Beratung vor Ort
Bargeldein- und -auszahlungteilweise eingeschränkt oder nur über Partner möglichhäufig über Filialen und Geldautomaten verfügbar
Buchhaltungsintegrationbei Business-Anbietern oft integriertabhängig vom Kontomodell
Beratungüberwiegend digitalpersönliche Beratung möglich
ProduktangebotFokus oft auf Konto und Finanztoolshäufig zusätzlich Kredite, Anlage- und weitere Bankprodukte

Eine Filialbank ist nicht grundsätzlich besser oder schlechter als ein Online-Anbieter. Entscheidend ist, welche Leistungen Dein Unternehmen benötigt. Wenn Du Deine Finanzen überwiegend digital verwaltest, können Online-Anbieter mit schneller Kontoeröffnung, Buchhaltungsintegrationen und flexibler Kartenverwaltung punkten.

Für Unternehmen mit regelmäßigen Bargeldeinnahmen oder Bedarf an persönlicher Beratung kann dagegen eine Filialbank praktischer sein. Vergleiche deshalb auch Gebühren, Kundenservice und Finanzierungsmöglichkeiten. Prüfe außerdem, ob alle benötigten Zahlungsarten verfügbar sind.

Was kostet ein Online-Geschäftskonto wirklich?

Ein niedriger Grundpreis bedeutet nicht automatisch niedrige Gesamtkosten. Entscheidend sind Deine tatsächlichen Kontobewegungen.

Grundgebühr und Überweisungen zusammenrechnen

Ein Beispiel: Konto A hat keine Grundgebühr, kostet aber 0,30 € pro ausgehender Überweisung. Bei 50 Überweisungen zahlst Du monatlich 15 €. Konto B kostet beispielhaft 10 € im Monat und enthält diese Überweisungen bereits. Für dieses Nutzungsprofil wäre B günstiger. Die Zahlen sind Rechenbeispiele und keine Preise der verglichenen Anbieter.

Welche Zusatzkosten solltest Du prüfen?

Neben der Grundgebühr können weitere Posten ins Gewicht fallen:

  • Bargeld: Gebühren und Limits für Einzahlungen und Abhebungen.
  • Karten und Team: Kosten für zusätzliche Karten und Nutzer:innen.
  • Ausland: Entgelte für internationale Überweisungen und Währungsumrechnungen. Achte auch auf den tatsächlichen Wechselkurs.

Berechne die Kosten für einen gewöhnlichen Monat und für einen Monat mit besonders vielen Zahlungen. Gerade im saisonalen Geschäft kann der Unterschied groß sein.

Berücksichtige außerdem die Zeit, die Du durch Rechnungsfunktionen, automatische Belegzuordnung und Buchhaltungsexporte sparen kannst. Dieser Vorteil hängt von Deinen Arbeitsabläufen ab und kann wichtiger sein als ein kleiner Unterschied bei den Kontogebühren.

Mehr über Finom erfahren

Geschäftskonto eröffnen: Welche Unterlagen brauchst Du?

Bei der digitalen Kontoeröffnung prüfen Anbieter Deine Identität und die Angaben zum Unternehmen. Welche Nachweise Du benötigst, hängt von Deiner Rechtsform und den Vorgaben des Instituts ab.

Unterlagen nach Rechtsform

Bereite die wichtigsten Informationen möglichst vor dem Antrag vor:

  • Freiberufler:innen und Einzelunternehmen: persönliche Identitätsdaten und Angaben zur Geschäftstätigkeit.
  • GmbH und UG: je nach Anbieter Handelsregisterdaten, Gesellschaftsunterlagen und Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten.
  • Vertretungsberechtigte Personen: Identitätsnachweise der Personen, die das Konto eröffnen oder darüber verfügen dürfen.

Prüfe auch, unter welchem Namen das Konto geführt wird. Bei Einzelunternehmen kann dieser anders aussehen als bei einer Kapitalgesellschaft.

Wie funktioniert die Identitätsprüfung?

Die Identitätsprüfung ist Teil des sogenannten Know-Your-Customer-Verfahrens (KYC), mit dem Finanzanbieter die Identität ihrer Kund:innen überprüfen. Dafür nutzen sie digitale Verfahren wie Videoident, den elektronischen Identitätsnachweis oder die automatische Prüfung von Ausweisdokumenten.

Fehlende Dokumente oder Rückfragen zur Geschäftstätigkeit können die Freischaltung verzögern. Je nach Anbieter werden außerdem Fragen zur Herkunft der Geschäftsgelder und zum erwarteten Zahlungsvolumen gestellt. Plane deshalb ausreichend Zeit ein, wenn demnächst Gehälter oder Lieferantenrechnungen fällig werden.

Online-Banking und Buchhaltung: Worauf kommt es bei der Anbindung an?

Eine Buchhaltungsschnittstelle bringt nur dann Vorteile, wenn sie die benötigten Daten zuverlässig überträgt. Prüfe vor der Kontoeröffnung, ob Deine Software angebunden werden kann und ob Daten automatisch synchronisiert oder nur als Datei exportiert werden.

Diese drei Abläufe solltest Du testen

  • Kontobewegungen: Übernimmt die Software alle Buchungen vollständig und zeitnah?
  • Rechnungszuordnung: Lassen sich Zahlungseingänge den richtigen Rechnungen zuordnen?
  • Zugriffsrechte: Können Buchhalter:innen Daten einsehen, ohne Zahlungen freigeben zu dürfen?

Prüfe auch das Exportformat. CSV-Dateien eignen sich oft für Auswertungen, während Buchhaltungsprogramme bestimmte Schnittstellen oder Dateiformate verlangen. Ein PDF-Kontoauszug ist nicht automatisch für die laufende Buchführung geeignet.

Teste möglichst auch Erstattungen, Stornos und Sammelzahlungen. Gerade bei solchen Vorgängen zeigt sich, ob Buchungen nachvollziehbar zugeordnet werden und Dein Team die Daten ohne zusätzlichen manuellen Aufwand weiterverarbeiten kann.

Was gilt bezüglich GoBD und E-Rechnungen?

Die GoBD verlangen, dass steuerlich relevante elektronische Unterlagen nachvollziehbar und verfügbar bleiben. Seit 2025 müssen inländische Unternehmen außerdem grundsätzlich elektronische Rechnungen empfangen können. Eine Banking-App mit Rechnungsvorlagen erfüllt jedoch nicht automatisch alle Anforderungen an Empfang, Verarbeitung und Archivierung.

Teste die Anbindung mit echten Geschäftsvorfällen, bevor Du Deine Prozesse vollständig umstellst.

Deutsche oder ausländische IBAN: Was bedeutet das für Dein Unternehmen?

Bei den sechs vorgestellten Anbietern gibt es Unterschiede: Finom, N26, Qonto, bunq und FYRST bieten Geschäftskund:innen in Deutschland eine deutsche IBAN. Revolut Business vergibt derzeit eine litauische IBAN mit dem Länderkürzel LT. Welche Auswirkungen das im Geschäftsalltag hat, solltest Du vor einem Kontowechsel prüfen.

Darf eine ausländische IBAN abgelehnt werden?

Auch eine IBAN aus einem anderen EU-Mitgliedstaat lässt sich grundsätzlich für SEPA-Überweisungen und Lastschriften nutzen. Nach den europäischen SEPA-Regeln dürfen Zahlungspartner bei entsprechenden Euro-Zahlungen keine IBAN aus einem bestimmten EU-Land verlangen. Lehnen Unternehmen Deine ausländische IBAN ausschließlich wegen ihres Länderkennzeichens ab, kann IBAN-Diskriminierung vorliegen.

Wann ist eine deutsche IBAN dennoch praktisch?

Ältere Buchhaltungssysteme und manche Onlineformulare können bei ausländischen Länderkennzeichen Probleme verursachen. Teste vor einem Kontowechsel, ob wichtige Kund:innen und Zahlungspartner Deine neue Bankverbindung übernehmen können.

Beachte außerdem: Eine DE-IBAN beweist keine deutsche Banklizenz. Kontonummer, Sitz des Anbieters und zuständige Aufsicht sind nicht dasselbe. Für den Geldschutz zählt, welches Institut Dein Guthaben rechtlich führt.

Wie sind hohe Geschäftsguthaben bei Online-Banken und digitalen Anbietern abgesichert?

Bei größeren Geschäftsguthaben ist entscheidend, wie viel Geld durch die jeweilige Einlagensicherung geschützt ist. Bei Banken in der EU sind anspruchsberechtigte Einlagen grundsätzlich bis 100.000 € pro Einleger und Kreditinstitut abgesichert. Beträge darüber fallen nicht unter diesen gesetzlichen Standardschutz. Auch mehrere Geschäftskonten bedeuten nicht automatisch mehrfachen Einlagenschutz. Entscheidend ist, welches Kreditinstitut die Konten führt, denn zwei Marken können zur selben Bank gehören. Prüfe deshalb neben dem App-Namen auch das kontoführende Institut.Bei Kapitalgesellschaften ist außerdem die Kontoinhaberschaft entscheidend. Das Vermögen einer GmbH ist vom Privatvermögen ihrer Gesellschafter:innen zu unterscheiden. Für den Einlagenschutz gelten die Regeln des jeweils zuständigen Sicherungssystems.

Getrennte Konten für Steuerrücklagen oder Gehälter können die Planung erleichtern. Sie begründen aber nicht automatisch einen neuen Sicherungsanspruch, wenn das Geld beim selben Kreditinstitut liegt.

Was gilt bei Zahlungs- und E-Geld-Instituten?

Hier funktioniert die Absicherung anders als die gesetzliche Einlagensicherung. Prüfe, wie das jeweilige Institut Kundengelder sichert. Die BaFin erläutert den Schutz von Bankeinlagen. § 17 ZAG regelt die Sicherung von Kundengeldern bei Zahlungsinstituten nach deutschem Recht. Für Finom und Qonto gelten dagegen die Vorschriften ihrer jeweiligen Zulassungsländer.

Hältst Du regelmäßig größere Beträge für Gehälter, Steuern oder Lieferanten bereit, solltest Du auch für Störungen vorplanen. Kläre, welche Zahlungen Du bei einer vorübergehenden Kontosperre über ein zweites Konto abwickeln könntest.

Online-Geschäftskonto wechseln: So vermeidest Du Zahlungsprobleme

Ein Kontowechsel funktioniert am besten schrittweise. Kündige Dein bisheriges Konto erst, wenn die neue Bankverbindung im Geschäftsalltag zuverlässig läuft.

  1. Neues Konto testen: Richte es vollständig ein und überweise einen kleinen Betrag in beide Richtungen. Kontrolliere Empfängernamen und Verbuchung.
  2. Zahlungspartner informieren: Teile Stammkund:innen Deine neue IBAN mit. Aktualisiere Rechnungssoftware, Website und Zahlungsinformationen sowie Deine Bankverbindung bei Versicherungen, Vermieter:innen und Softwareanbietern.
  3. Daueraufträge und Lastschriften prüfen: Stelle Daueraufträge um. Für Lastschriften ist manchmal eine Änderung im Kundenportal oder ein neues Mandat nötig. Ziehst Du selbst Kundengelder ein, solltest Du die Unterstützung beim neuen Anbieter und die Übernahme bestehender Mandate prüfen.
  4. Übergangsphase einplanen: Lass beide Konten parallel laufen. Vergleiche die Auszüge, bis wiederkehrende Ein- und Auszahlungen über das neue Konto laufen. Sichere Belege, Kontoauszüge und Exportdateien rechtzeitig. Bedenke auch offene Kundenerstattungen und Zahlungen, die erst Tage nach dem Rechnungsdatum auf Deinem Konto eingehen.
  5. Altes Konto schließen: Beauftrage die Kündigung erst, wenn Kundenzahlungen, Abonnements, Steuerzahlungen und interne Freigaben funktionieren. Prüfe zuvor offene Kartenumsätze, Gebühren und Restguthaben.

FAQ

Sind Online-Banken sicher?

Ja, wenn Anbieter und Kontonutzung ausreichend abgesichert sind. Achte auf Zwei-Faktor-Authentifizierung, geschützte Zahlungsfreigaben und eine sofortige Kartensperre. Verwende für das Geschäftskonto ein eigenes, starkes Passwort und überprüfe Zahlungsaufforderungen sorgfältig. Wer im Team Zahlungen auslöst, sollte nicht automatisch alle Freigaberechte erhalten. Bei verdächtigen Vorgängen ist ein jederzeit erreichbarer Notfallkontakt besonders wichtig.

Für wen eignen sich Online-Banken besonders?

Sie passen besonders zu Selbstständigen und Unternehmen, die Zahlungen, Buchhaltung und Karten überwiegend digital verwalten. Auch bei verteilten Teams oder internationalem Zahlungsverkehr können digitale Funktionen Vorteile bieten. Wer häufig Bargeld einzahlt oder persönliche Beratung benötigt, sollte diese Leistungen vor der Kontoeröffnung gesondert prüfen.

Haben alle Online-Banken eine deutsche Banklizenz?

Nein. Einige Geschäftskonten führt eine deutsche Bank, andere eine Bank aus einem anderen EU-Staat. Daneben bieten Zahlungs- und E-Geld-Institute Konten an, ohne Banken zu sein. Prüfe daher im Impressum Deinen Vertragspartner und dessen Zulassung bei der jeweils zuständigen Aufsicht.

Ist Geld bei einer Online-Bank durch die Einlagensicherung geschützt?

Bei Kreditinstituten in der EU sind anspruchsberechtigte Einlagen grundsätzlich bis 100.000 € pro Einleger:in und Kreditinstitut geschützt. Je nach Sitz der Bank greift das Sicherungssystem des jeweiligen Landes. Bei Revolut ist das beispielsweise die litauische, bei bunq die niederländische Einlagensicherung.

Bei Zahlungs- und E-Geld-Instituten gelten andere Sicherungsmechanismen. Deshalb solltest Du prüfen, wie Dein konkreter Anbieter Kundengelder verwahrt.

Kann eine Online-Bank eine Filialbank vollständig ersetzen?

Für viele Unternehmen ja. Wenn Du Überweisungen, Karten, Buchhaltungsfunktionen und Service digital nutzt, kann ein Online-Angebot alle wichtigen Funktionen abdecken. Bargeldintensive Unternehmen oder Betriebe mit komplexem Finanzierungs- und Beratungsbedarf profitieren dagegen möglicherweise von einer Filialbank oder einer Kombination aus mehreren Konten.

Weitere interessante Artikel:

Letzte Artikel