Wenn Sie ein Unternehmen in Deutschland gründen oder führen, sind Sie möglicherweise auf der Suche nach einem Online-Geschäftskonto. Im Jahr 2026 – mit der rasanten Entwicklung digitaler Banking-Tools – ist die Wahl des richtigen Kontos wichtiger denn je.
Während Anbieter mit innovativen Funktionen konkurrieren, unterliegen sie der strengen Aufsicht der BaFin und müssen die EU-PSD2-Richtlinie einhalten. Dennoch kann die richtige Wahl einen erheblichen Einfluss auf die Effizienz, die Kosten und das Wachstum Ihres Unternehmens haben.
Egal, ob Sie Freiberufler sind, eine UG oder GmbH gründen oder als KMU von einer traditionellen Bank wechseln möchten – lesen Sie weiter. Wir stellen Ihnen verschiedene Optionen vor, damit Sie das beste Online-Geschäftskonto in Deutschland findest.
Kann man in Deutschland ein Online-Geschäftskonto eröffnen?
Ja, Sie können in Deutschland ein Online-Geschäftskonto eröffnen. Obwohl Sie Ihre Identität häufig per Video-Ident oder PostIdent bestätigen können, besteht auch die Möglichkeit einer persönlichen Identifizierung.
Geschäftskonto mit Online-BuchhaltungWorin unterscheiden sich private und Geschäftskonten?
Der Hauptunterschied zwischen Privat- und Geschäftskonten liegt in ihrem Zweck und ihrer Zielgruppe.
Ein Privatkonto wird für persönliche Zahlungen genutzt, etwa für alltägliche Ausgaben, private Überweisungen oder den Gehaltseingang. Je nach Anbieter kann es einige Zusatzfunktionen geben, jedoch nicht die, die für den Geschäftsbetrieb erforderlich sind.
Geschäftskonten sind speziell für geschäftliche Zwecke eingerichtet und richten sich an Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige. Sie bieten Funktionen wie Unterkonten sowie Anbindungen an Buchhaltungssoftware wie DATEV oder sevDesk.
Besteht in Deutschland eine gesetzliche Pflicht für ein Geschäftskonto?
In einigen Fällen sind Unternehmen in Deutschland gesetzlich verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen.
Beispielsweise ist bei einer UG oder einer GmbH ein separates Geschäftskonto gesetzlich vorgeschrieben. §7 des GmbHG (Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung) schreibt dies für die Einzahlung des Stammkapitals und die Eintragung ins Handelsregister vor.
Wenn Sie selbstständig oder Freiberufler (Freiberufler) sind, besteht keine Pflicht für ein Geschäftskonto. Dennoch erleichtert die Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Finanzen die Buchhaltung erheblich.
Auch Einzelunternehmer sind nicht verpflichtet, ein separates Geschäftskonto zu führen. Es wird jedoch aus steuerlichen Gründen dringend empfohlen, private und geschäftliche Finanzen zu trennen.
Weitere Rechtsformen, die kein Geschäftskonto zwingend erfordern, sind z. B. Einzelunternehmer, Kleinunternehmer oder KGs.
KI-Buchhaltung entdeckenOnline-Geschäftskonten, die Sie in Deutschland eröffnen können (2026)
Es gibt eine Vielzahl von Geschäftskonten auf dem Markt. Je nach Unternehmensstruktur, Transaktionsvolumen und benötigten Zusatzfunktionen kann die beste Wahl variieren.
Die richtige Entscheidung kann dabei helfen, die Finanzverwaltung zu vereinfachen und das Wachstum Ihres Unternehmens zu fördern. Hier sind einige Aspekte, die Sie bei der Auswahl des besten Online-Geschäftskontos in Deutschland berücksichtigen sollten.
Finom Geschäftskonto
Finom bietet ein vollständig digitales Geschäftskonto mit deutscher IBAN sowie physischen und virtuellen Debitkarten. Je nach Tarif können Sie bei Kartenzahlungen etwa 3 % Cashback erhalten.
Ein kostenloser Solo-Tarif ist verfügbar, während kostenpflichtige Pläne den Basic-Tarif für 8,99 € pro Monat und den Smart-Tarif für 23,99 € pro Monat umfassen. Diese bieten mehr Nutzer, höhere Limits und kostenlose SEPA-Überweisungen. Zusätzlich gibt es spezielle Tarife für Kleinstunternehmen und KMU.
Die Geschäftskonten von Finom beinhalten integrierte Rechnungsstellung und Belegverwaltung sowie die Möglichkeit, Daten in Buchhaltungstools wie DATEV oder sevDesk zu exportieren bzw. zu synchronisieren. Außerdem werden SEPA- und internationale Überweisungen unterstützt, ebenso wie Teamverwaltung mit Ausgabenlimits und Multiwährungsfunktionen für internationale Zahlungen.
Mehr über Finom erfahrenING Geschäftskonto
Das ING-Geschäftskonto richtet sich vor allem an kleine Unternehmen und Selbstständige, ist aber auch für GmbH, KG und OHG im deutschen Handelsregister verfügbar. Andere Rechtsformen wie GbR, GmbH i.G. oder GmbH & Co. KG können dieses Konto nicht nutzen.
Neukunden erhalten sechs Monate lang kostenlosen Zugang, während Gründer im ersten Geschäftsjahr insgesamt zwölf Monate lang keine Grund- oder Transaktionsgebühren zahlen.. Danach nutzt ING ein „Bestprice“-Modell, bei dem die Gebühren je nach Transaktionsvolumen angepasst werden.
Das ING-Geschäftskonto kann vollständig online eröffnet und verwaltet werden. Es enthält außerdem eine VISA Business Debitkarte sowie Integrationen mit Tools wie DATEV und Lexware.
N26 Business Standard
Ein weiteres digitales Geschäftskonto in Deutschland ist das N26 Business Standard-Konto.
Dieses Geschäftskonto hat keine monatlichen Gebühren und keine Mindesteinlage. Es richtet sich an Freiberufler und Selbstständige, die unter ihrem eigenen Namen arbeiten. Sie erhalten eine virtuelle Mastercard, mit der Sie 0,1 % Cashback auf jede Auszahlung erhalten.
Die N26 MoneyBeam-Funktion ermöglicht das kostenlose Senden, Überweisen und Anfordern von Geld zwischen N26-Nutzern. Zusätzlich sind SEPA-Instant-Überweisungen möglich. Bargeldeinzahlungen können Sie in Partnergeschäften wie REWE, Penny und dm vornehmen.
Das Konto bietet außerdem die Funktionen „Spaces“, „Rules“ und „Round-Ups“. Spaces sind Unterkonten für Budgetplanung, Rules ermöglichen geplante Überweisungen und Round-Ups runden Zahlungen auf den nächsten Euro auf.
Deutsche Bank Business PremiumKonto
Wenn Sie nach dem besten Online-Geschäftskonto in Deutschland suchen, könnte das Business PremiumKonto der Deutschen Bank eine Option sein.
Von den drei angebotenen Geschäftskonten ist dies das Umfangreichste. Es richtet sich an Unternehmen und Selbstständige mit hohem Transaktionsvolumen und komplexeren Bankanforderungen.
Die monatliche Gebühr beträgt 39,90 €, und bestimmte Transaktionen verursachen zusätzliche Kosten. Es fallen 0,10 € pro elektronischer SEPA-Buchung, 3 € pro belegter SEPA-Überweisung und 4 € für Bargeldeinzahlungen an.
Das Konto umfasst zwei Deutsche Bank BusinessCards (Kredit oder Debit), ein kostenloses Unterkonto sowie Zugriff auf das FinanzPlaner-Tool. Die Online-Eröffnung dauert nur wenige Minuten.
Qonto Smart Business Account
Qonto-Geschäftskonten sind für Freiberufler, kleine Unternehmen und Teams konzipiert. Sie bieten Funktionen für Zahlungen, Rechnungsstellung, Ausgabenmanagement sowie Integrationen mit Buchhaltungssoftware wie DATEV.
Der Qonto Smart Business Account ist der mittlere Tarif. Er enthält eine lokale IBAN, ein zusätzliches Unterkonto und zwei physische Karten (One Cards), jedoch bis zu 50 virtuelle Karten.
Die monatliche Gebühr beträgt 19 €, wobei ein Monat kostenlos getestet werden kann. Enthalten sind bis zu 100 kostenlose SEPA-Überweisungen und Lastschriften pro Monat; jede weitere Transaktion kostet 0,20 €.
Das Konto ist vollständig digital und wird über App oder Webplattform verwaltet.
Holvi Pro
Holvi bietet vier Kontotarife für Online-Geschäftsbanking in Deutschland an, einschließlich des kostenlosen Holvi Flex-Kontos. Jedes Konto verfügt über eine deutsche IBAN, grundlegende Zahlungsfunktionen sowie eine virtuelle Karte. Das Holvi Pro Konto bietet zusätzliche Funktionen.
Die Gebühr beträgt 15 € monatlich oder 9 € bei einem Jahresvertrag. Unbegrenzte SEPA-Überweisungen und Lastschriften sind enthalten, ebenso wie fünf deutsche IBANs, drei Debitkarten und eine virtuelle Karte.
Mit Holvi Pro können Nutzer Rechnungen erstellen und versenden sowie digitale Belege speichern. Außerdem gibt es Integrationen mit Buchhaltungssoftware wie Lexware Office sowie DATEV für 3 € pro Monat.
Für UG oder GmbH empfiehlt Holvi stattdessen das Holvi Business Konto.
Commerzbank Premium-Geschäftskonto
Die Commerzbank bietet drei Geschäftskonten an: Classic, Premium und Premium Plus. Je nach Bedarf können unterschiedliche Funktionen sinnvoll sein. Hier betrachten wir das Premium-Geschäftskonto als Mittelweg.
Die Gebühr beträgt 8,90 € pro Monat für die ersten zwei Jahre und danach 34,90 € pro Monat. Neukunden erhalten zusätzlich einen Startbonus von 100 €. Das Konto ist ein Euro-Konto; ein Fremdwährungskonto kann für 9,90 € monatlich hinzugebucht werden.
Es sind 50 kostenlose elektronische Transaktionen pro Monat enthalten; danach fallen 0,15 € pro Transaktion an. Das Konto bietet eine deutsche IBAN, Online-Banking sowie eine Girocard und eine Business Card Premium.
FYRST Complete
Das FYRST Online-Geschäftskonto ist ein vollständig digitales Konto der Deutschen Bank Gruppe. Es richtet sich an Gründer, Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen.
FYRST bietet mehrere Kontomodelle an, wobei FYRST Complete die mittlere Option ist. Die monatliche Gebühr beträgt 10 € und umfasst 75 kostenlose elektronische Transaktionen. Danach kosten zusätzliche Buchungen 0,08 € pro Stück.
Internationale Überweisungen in mehreren Währungen sind möglich. Bargeld kann über Geldautomaten im Cash-Group-Netzwerk eingezahlt oder abgehoben werden. Außerdem gibt es ein kostenloses Unterkonto, eine Girocard und eine Debit-Mastercard.
DATEV ist integriert, sodass ein automatisierter Datenaustausch mit dem Steuerberater möglich ist. Zusätzlich gibt es 50 % Rabatt auf sevDesk.
Wichtige Funktionen von Online-Geschäftskonten in Deutschland
Nach der Betrachtung der verfügbaren Konten ist es wichtig, die zentralen Funktionen zu verstehen, die entscheidend dafür sind, wie gut sie zu Ihrem Unternehmen passen. Hier sind die wichtigsten Aspekte bei der Auswahl des besten Online-Geschäftskontos in Deutschland:
1. Gebühren & Preismodelle
- Monatliche Gebühr: Einige Anbieter verlangen eine feste monatliche Gebühr, die vom Kontotyp und den enthaltenen Leistungen abhängt.
- Transaktionsgebühren: Viele Konten erheben Gebühren für nationale und SEPA-Überweisungen sowie für Kartenzahlungen und Zahlungseingänge.
- Fremdwährungsgebühren: Bei Zahlungen in Fremdwährungen können Wechselkurs- und Umrechnungsgebühren anfallen.
2. Integration mit Buchhaltungssoftware
- Viele Konten sind mit DATEV integriert
- Einige nutzen Lexware Office für Rechnungen und Ausgabenverwaltung
- sevDesk ist bei manchen Anbietern verfügbar
3. Multi-User-Zugänge & Rollen
Für Unternehmen mit mehreren Personen in der Finanzverwaltung bieten Online-Konten oft:
- separate Benutzerkonten
- rollenbasierte Zugriffsrechte
4. Bargeldeinzahlungen
Einige Online-Banken ermöglichen Bargeldeinzahlungen über Partnerfilialen oder Netzwerke.
Die Verfügbarkeit hängt vom Banktyp (Fintech vs. traditionelle Bank) ab.
5. Internationale Zahlungen & Multi-Währung
Online-Geschäftskonten in Deutschland unterstützen in der Regel SEPA-Zahlungen, wodurch Euro-Überweisungen innerhalb der EU wie Inlandsüberweisungen funktionieren.
Viele Konten unterstützen zudem internationale Zahlungen in mehreren Währungen, sodass Unternehmen Geld außerhalb des Euroraums senden und empfangen können.
Online-Geschäftskonten helfen KMU dabei, Multiwährungs- und internationale Zahlungen effizienter zu verwalten, was auch durch OECD-Erkenntnisse zur Digitalisierung von KMU bestätigt wird.
Was bietet Finom?
Mit Finom erhalten Sie ein vollständig digitales Geschäftskonto mit eigener IBAN, physischen und virtuellen Karten, integrierter Rechnungsstellung, Ausgabenmanagement sowie internationalen Überweisungen. Alles wird auf einer Plattform verwaltet, um Zahlungen, Team-Ausgaben und die Buchhaltung effizienter zu gestalten.
Online-Geschäftskonto vs. traditionelles Geschäftskonto in Deutschland
| Funktion | Online-Konto | Traditionelle Bank |
| Eröffnungszeit | Wenige Minuten | Wenige Tage |
| Papierkram | Nein | Teilweise |
| Filialzugang | Nein | Ja |
| Gebühren | Niedrigere monatliche Gebühren | Höhere Gebühren durch Filial- und Servicekosten |
| Bargeldhandling | Eingeschränkt, oft keine direkten Einzahlungen | Direkt in Filiale oder am Automaten |
Wie wählt man das richtige Geschäftskonto für das eigene Unternehmen?
Die Wahl des richtigen Geschäftskontos hängt von den individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens ab. Nutzen Sie folgende Checkliste:
- Unternehmensstruktur (Freiberufler, UG, GmbH oder KMU)
- Monatliches Transaktionsvolumen
- Bedarf an internationalen Zahlungen
- Bedarf an Bargeldeinzahlungen
- Bedarf an Teamzugängen mit Rollenverwaltung
Fazit
Es gibt keine Einheitslösung für Geschäftskonten, da die beste Wahl von der Unternehmensstruktur, dem Transaktionsbedarf und dem Geschäftsmodell abhängt.
Gleichzeitig verändert die Digitalisierung im Jahr 2026 das Bankwesen weiter und bringt mehr Online-Tools sowie mehr Flexibilität mit sich.
Wenn Sie ein Konto wählen, das zu Ihren Anforderungen und den aktuellen Entwicklungen passt, können Sie Ihre Finanzverwaltung vereinfachen und langfristiges Wachstum fördern.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar.
Letzte Artikel

Die richtige Kreditlaufzeit wählen: Balance zwischen Liquidität und Gesamtkosten

Wie funktioniert der effektive Jahreszins bei Unternehmenskrediten?

Geschäftskonto mit Zinsen: Wann es sich wirklich lohnt

Kreditsicherheiten für KMU: Welche Sicherheiten Banken verlangen

Finanzierung für Freiberufler:innen vs. KMU (Besonderheiten in Deutschland)

Rechtssichere Rechnungen in Deutschland: Pflichtangaben und Tipps

Einnahmenüberschussrechnung oder doppelte Buchführung: Was gilt für mein Unternehmen?




