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Nebenberuflich selbstständig werden

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Nebenberuflich selbstständig

Viele Menschen mit Vollzeitbeschäftigung entscheiden sich, nebenberuflich selbstständig zu werden und bauen nebenbei einen Nebenjob oder ein Leidenschaftsprojekt auf, während sie ihren Hauptberuf fortsetzen. Neben all den Sorgen gibt es viele Gründe, warum es sich lohnt, über die Gründung im Nebenerwerb nachzudenken. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihr eigener Chef zu sein, aber mögliche finanzielle Risiken Sie abschrecken, sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, sich nebenberuflich selbstständig zu machen. Dies ist eine großartige Möglichkeit, sich über das Thema zu informieren und Ihr Unternehmen ohne die Angst aufzubauen, die mit einem selbstständigen Vollzeitberuf einhergeht.

Warum sollte ich mich nebenberuflich selbstständig machen?

Das Wichtigste zuerst: Ein Gewerbe nebenberuflich zu gründen, ist immer eine Überlegung wert – auch wenn Sie wissen, dass die ersten Monate ganz schön hart sein können und der Risikofaktor enorm hoch wirkt. Es ist mutig und kann sich immens lohnen – wenn Sie die Arbeit investieren und selbstmotiviert, diszipliniert und fleißig sind, können Sie wirklich den Lebens- und Karriereweg aufbauen, von dem Sie immer geträumt haben.

Wenn Sie jedoch zu den Personen gehören, die es vorziehen, ein minimales Risiko einzugehen, ist die nebenberufliche Selbstständigkeit möglicherweise die bessere Option. Es ist ein kleiner Kompromiss: Einerseits müssen Sie sich weiterhin um Ihren regulären Job kümmern (egal ob Teil- oder Vollzeit). Das wird viel Zeit in Anspruch nehmen, aber es zahlt auch Ihre Rechnungen. Auf der anderen Seite steht es Ihnen frei, das Leben in der Selbstständigkeit auszuprobieren und auf diese Weise auch noch Geld zu verdienen. Wenn Sie anfangs nur wenige Kunden haben, wird es Sie nicht so hart treffen, da Sie immer noch Ihren regulären Job haben, der Ihre Grundlagen abdeckt.

Selbstständigkeit im Nebenerwerb als Übergangsphase

Ihr eigener Chef in Teilzeit zu sein, kann Ihnen einen sanften Übergang in die Vollzeit-Selbstständigkeit ermöglichen. Betrachten Sie es als eine Testphase, in der Sie herausfinden können, ob Ihre Geschäftsidee gut ist oder angepasst werden muss. Es ermöglicht Ihnen auch, langsam einen Kundenstamm aufzubauen und zu beurteilen, ob Sie dies in Vollzeit tun könnten oder nicht. Bevor Sie Ihr Nebengewerbe anmelden, machen Sie zuerst Pläne und entwickeln Sie eine Idee, was Sie machen könnten.

Die Zahlen des deutschen KfW Gründungsmonitors belegen, dass rund 50 % aller Gründungswilligen in Deutschland ihre Idee zunächst erproben und sich für eine nebenberufliche Selbständigkeit entscheiden.

Wie wirkt sich eine nebenberufliche Selbstständigkeit auf meinen regulären Job aus?

Die Antwort ist einfach: sie sollte überhaupt keinen Einfluss darauf haben. Es gibt jedoch ein paar Dinge, auf die Sie achten sollten, damit Sie sich nicht in eine schwierige Lage bringen. Als Faustregel gilt: Informieren Sie Ihren Chef über Ihre Pläne – je nach Vertrag sind Sie dazu sogar gesetzlich verpflichtet. Sie sollten ihm/ihr versichern, dass Ihr regulärer Job dadurch nicht beeinträchtigt wird. Natürlich ist es strikt verboten, die Zeit im Unternehmen für Ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Das bedeutet, dass eine klare Aufteilung Ihrer Zeit unerlässlich ist. Es sollte selbstverständlich sein, dass das Abwerben von Kunden während der Arbeitszeit Ihnen eine Menge Ärger bereiten kann und definitiv nicht der empfohlene Weg ist, um Ihre Karriere zu beschleunigen.

So teilen Sie Ihre Zeit richtig auf

Eine Warnung: Solange Sie Arbeitnehmer sind, sollte dieser Job zumindest während der wöchentlichen Arbeitszeit Ihre Priorität bleiben. In der Regel dürfen Sie in Deutschland bis zu 18 Stunden pro Woche nebenberuflich selbstständig arbeiten. Sie sollten sich auch darüber im Klaren sein, dass Sie niemanden einstellen können, da folglich Ihre nebenberufliche Selbstständigkeit sofort als hauptberufliche Selbstständigkeit eingestuft würde.

Muss ich meine nebenberufliche Selbstständigkeit anmelden?

Bürokratie lässt sich leider nicht vermeiden, auch wenn man nur nebenbei seinem Traum nachgeht. Das bedeutet, dass Sie Ihr Gewerbe je nach Tätigkeit entweder beim Gewerbeamt, beim Finanzamt, bei der Berufsgenossenschaft, beim Handelsregister oder bei der IHK anmelden müssen. Bei welcher Stelle Sie sich anmelden müssen, hängt von der Rechtsform ab, die Sie für Ihr Unternehmen gewählt haben.

Als Freiberufler (Journalist, Künstler, Akademiker etc.) brauchen Sie sich nur beim Finanzamt anzumelden, wodurch Sie eine Steuernummer und Steuer-ID erhalten, und schon kann es losgehen. Aber es gibt auch viele verschiedene Rechtsformen, die Sie für Ihr Unternehmen wählen können, und viele verschiedene Faktoren, die bestimmen, welche für Sie die richtige ist. Alle anderen melden sich beim Gewerbeamt und anschließend beim Finanzamt an.

Steuern

Unabhängig davon, ob Sie haupt- oder nebenberuflich selbstständig sind und ob Sie viel oder wenig verdienen, müssen Sie sich mit Steuern, Buchhaltung und Steuererklärungen auseinandersetzen.

Einkommensteuer

Wenn Sie in die Kategorie der Freiberufler fallen, müssen Sie Ihren Nebenerwerb nur dann beim Finanzamt anmelden und Lohnsteuer zahlen, wenn der Verdienst mehr als 9.408 EUR im Jahr beträgt.

Einkommensteuern sind progressiv; je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz. Der Ausgangspunkt liegt bei 14 %, er kann aber auf bis zu 45 % ansteigen.

Wer neben seinem Hauptberuf als Nebenjob (Mini-Job) in einem anderen Unternehmen arbeiten möchte, muss bei einem Verdienst von unter 450 Euro im Monat keine Einkommenssteuer zahlen. Arbeitslose dürfen nebenberuflich 165 Euro pro Monat verdienen, diese nebenberufliche Selbstständigkeit darf pro Woche nicht mehr als 15 Stunden ausgeführt werden.

Gewerbesteuer

Bei dem Gewinn aus einem Gewerbe muss zusätzlich Gewerbesteuer gezahlt werden, jedoch erst ab einem Jahresgewinn von 24.500 Euro.

Fällt Ihr Beruf unter die freien Berufe, brauchen Sie kein Gewerbe anzumelden und zahlen somit auch keine Gewerbesteuer. Darüber hinaus besteht keine Bilanzierungspflicht.

MwSt

Die Mehrwertsteuer ist die nächste Pflicht für kleine Unternehmen und freiberufliche Tätigkeit. Wenn Sie nicht mehr als 22.000 Euro Umsatz im Jahr machen, gilt für Sie die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Das bedeutet, dass Sie nicht umsatzsteuerpflichtig sind und die Umsatzsteuer weder in Rechnung stellen noch vorab an das Finanzamt zahlen müssen. Das ist einerseits großartig – es bedeutet weniger Arbeit für Sie. Es bedeutet jedoch auch, dass Sie nicht berechtigt sind, die Mehrwertsteuer auf Geschäftsausgaben zu verrechnen. Einige argumentieren, dass die Mehrwertsteuer eine gute Sache ist, weil Kunden Ihr Geschäft wahrscheinlich ernster nehmen, wenn sie wissen, dass Sie mehr als 22.000 Euro pro Jahr verdienen.

Es ist ein großer Vorteil für Ihre Nebenbeschäftigung, die Kosten niedrig zu halten. Außerdem sparen Sie Zeit bei der Bürokratie, da Sie nicht jeden Monat oder jedes Quartal eine Umsatzsteuererklärung abgeben müssen.

Nach der Anmeldung beim Finanzamt erhalten Sie Ihre Steuernummer und Steuer-ID. Als Selbstständiger benötigen Sie diese für die Umsatzsteuererklärung (falls erforderlich) und für die Abrechnung. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Selbstständigkeit anmelden.

Wie wirkt sich eine nebenberufliche Selbständigkeit auf meine Krankenversicherung aus?

Im Bereich der Krankenversicherung hat die Selbständigkeit in Teilzeit durchaus Vorteile. Außerdem müssen Sie keine zusätzlichen Beiträge zur Altersversorgung, Arbeitslosen- oder Rentenversicherung zahlen und sparen so viel Geld. 

Als nebenberuflicher Selbständiger benötigen Sie keine zusätzliche Krankenversicherung, es sei denn, die nebenberufliche Tätigkeit überwiegt wirtschaftlich den Hauptberuf und Sie arbeiten mehr als 18 Stunden pro Woche selbstständig. In diesem Fall ist eine zusätzliche private oder gesetzliche Versicherung erforderlich. Bei der privaten Krankenversicherung richten sich die Tarife nach Anbieter und Deckungsumfang, die gesetzliche Krankenkasse berechnet jedoch immer mindestens 14,9 % Ihres Bruttoeinkommens.

Sind Sie jedoch berufstätig und gesetzlich krankenversichert, wirkt sich Ihr Zuverdienst aus selbstständiger Tätigkeit nicht darauf aus. Diejenigen, die mehr als 65.350 Euro pro Jahr verdienen, müssen eine private Versicherung abschließen.

Wir wissen, dass es kompliziert ist, ein kleines Unternehmen zu führen. Ihre Finanzen sollten es nicht sein. Machen Sie Schluss mit dem Rätselraten bei der Buchhaltung und Rechnungserstellung und lassen Sie uns Ihnen helfen, Ihren Erfolgsplan zu erstellen. FINOM hat Erfahrung darin, kleinen Unternehmen und Solopreneurs wieder auf die Beine zu helfen. Ob Freiberufler, Unternehmen, gemeinnützige Organisation oder Selbstständiger – Sie sind nicht allein. Gemeinsam mit Ihnen gründen wir Ihre Firma und bereiten Ihre Gewerbeanmeldung vor. Danach können Sie ein Konto eröffnen und Ihre Träume wahr werden lassen.

Die Vor- und Nachteile der nebenberuflichen Selbstständigkeit

Für manche ist die Selbstständigkeit in Teilzeit die perfekte Mischung aus Sicherheit und Flexibilität: Sie gibt Ihnen die Freiheit, Ihr eigener Chef zu sein, ohne auf den monatlichen Gehaltsscheck verzichten zu müssen. Aber bevor Sie sich für diesen Karriereschritt entscheiden, werfen Sie einen Blick auf unsere Liste unten.

VORTEILE

  • Sie können testen, ob die Selbstständigkeit für Sie funktioniert, ohne ein großes Risiko einzugehen.
  • Sie haben weiterhin einen monatlichen Gehaltsscheck, der Ihre Kosten deckt und sicherstellt, dass Sie Ihren aktuellen Lebensstil beibehalten können.
  • Die nebenberufliche Selbständigkeit wirkt sich nicht auf Ihre Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung aus.
  • Sie können herausfinden, ob es etwas für Sie ist, Ihr eigener Chef zu sein, oder nicht.
  • Sie haben die Möglichkeit, sich in Vollzeit selbstständig zu machen, wann immer Sie möchten.
  • Sie können zusätzliches Geld verdienen und entscheiden, wie viel und wann Sie zusätzlich zu Ihrem Vollzeitjob arbeiten.

NACHTEILE

  • Es kann sein, dass Sie doppelt so viel Arbeit haben – wenn die Kollegen Feierabend machen, werden Sie wahrscheinlich Ihrem Nebenjob nachgehen.
  • Sie werden mit zusätzlichem Papierkram und Bürokratie konfrontiert. Beispielsweise müssen Sie sich um Ihre Buchhaltung kümmern.
  • Manche Kunden nehmen Sie vielleicht nicht ernst, wenn sie merken, dass Sie nur „nebenher“ arbeiten.
  • Ihr „normaler“ Job bedeutet, dass Sie Kunden nicht so schnell antworten oder zeitlich flexibel sein können, wie Sie es wären, wenn Sie hauptberuflich selbstständig wären.
  • Sie müssen sich weiterhin zu 100 % Ihrem „Job“ widmen und dürfen nicht nachlassen, auch wenn Sie Ihre Energie gerne auf andere Dinge konzentrieren möchten.
  • Als Faustregel gilt, dass Sie Ihren Arbeitgeber über Ihre Pläne zur Teilzeitselbstständigkeit informieren müssen. Im schlimmsten Fall erlaubt der es Ihnen nicht, nebenbei in Teilzeit zu arbeiten (vertragsabhängig).

Fazit

Wie Sie sehen, ist es in Deutschland nicht ganz einfach, selbstständig nebenberuflich zu arbeiten. Es ist jedoch zu schaffen, neben Ihrem Hauptberuf auch selbstständig zu arbeiten.

Normalerweise benötigen Sie weder die Erlaubnis Ihres Arbeitgebers noch der Regierung, um in Ihrer Freizeit als Arbeitnehmer zu arbeiten. Außerdem gibt es Sonderregelungen. Sollte Ihr Einkommen z. B. unter 450 Euro im Monat liegen, können Sie die Lohnsteuer und zusätzliche Versicherungspflichten vermeiden. Außerdem können Sie nicht für einen Wettbewerber Ihres Arbeitgebers arbeiten, da dies gegen die Regeln verstößt. Darüber hinaus können Sie durch einige Arbeitsverträge daran gehindert werden, an Wochenenden oder Feiertagen zu arbeiten. In jedem Fall sollten Sie vor Aufnahme einer Nebenbeschäftigung mit Ihrem Arbeitgeber sprechen.

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