Die Immobilien GmbH leicht verständlich erklärt. Die Immobilien GmbH bietet im Immobiliensektor besondere Vorteile. Erfahren Sie, warum sie so beliebt ist.

Inhalt

Was ist eine Immobilien GmbH?

Eine Immobilien GmbH bezeichnet eine GmbH,die auf Kauf, Verkauf und Vermietung von Immobilien spezialisiert ist. Die Hauptziele eines solchen Unternehmens sind meist der Immobilienkauf und -verkauf sowie Vermietung, Verwaltung, Projektentwicklung oder Immobilienberatung.

Eine GmbH , kurz für “Gesellschaft mit beschränkter Haftung”, ist eine juristische Person. Ihre Hauptmerkmale sind ein Mindestkapital von 25.000 Euro, die durch den gehaltenen Anteil beschränkte Haftung und die Pflicht zur Buchführung.

In diesem Artikel werden wir die Besonderheiten einer GmbH im Immobiliensektor erörtern. Wir werden uns außerdem darauf konzentrieren, warum diese Unternehmensform für Immobilieninvestments und -verwaltungen so attraktiv ist.

Gründung einer GmbH im Immobiliensektor

Um eine Immobilien GmbH zu gründen, müssen mehrere Aspekte berücksichtigt werden. Auf diese werden wir im Folgenden näher eingehen.

Bei der Gründung einer Immobilien-GmbH ist es wichtig, die Ziele und Art der Geschäftstätigkeit des Unternehmens zu definieren. Anschließend sollten die steuerlichen und buchhalterischen Anforderungen einer GmbH berücksichtigt werden.

Dann muss man einen Gesellschaftsvertrag abschließen. Dieser regelt die Abläufe innerhalb einer GmbH einschließlich der Rechte und Pflichten der Gesellschafter. Er sieht auch die Bestellung eines Geschäftsführers vor. Der Vertrag muss notariell beurkundet werden.

Außerdem muss eine solche Verwaltungs GmbH beim Handelsregister angemeldet werden. Eine Handelsregistereintragung bietet juristische Transparenz und macht Informationen über das Unternehmen öffentlich zugänglich.

Im Unterschied zu anderen Rechtsformen ist für die Gründung einer GmbH ein Stammkapital erforderlich. Gemäß § 5 GmbHG muss dieses mindestens 25.000 Euro betragen. 

Ungefähre Kosten der Gründung einer Immobilien-GmbH

Die Gründung einer GmbH ist mit erheblichen Kosten verbunden. Daher ist es notwendig, ein ausreichendes Budget zu haben, wenn man sich für diese Rechtsform entscheidet. Hier sind die Hauptkosten:

  • Stammkapital: 25.000 Euro
  • Notargebühren: 300-2000 Euro
  • Eintragung im Handelsregister: 150-300 Euro
  • Gebühren für die GmbH-Gründung: etwa 500 Euro
  • Beratung durch Anwalt und Steuerberater: bis zu 1500 Euro pro Dienstleistung
  • Versicherung: zwischen 500 und 2000 Euro pro Jahr

Wenn man das Stammkapital berücksichtigt, betragen die Kosten für die Gründung einer GmbH in Deutschland ungefähr 30.000 Euro. Natürlich handelt es sich dabei aber um einen geschätzten Betrag, der höher oder niedriger ausfallen kann.

Tätigkeitsbereiche der Immobilien GmbH

Wann muss man aber eine Immobilienfirma gründen beziehungsweise ab wann lohnt sich eine Immobilien GmbH?

Eine Immobiliengesellschaft ist vor allem dann erforderlich, wenn Sie Immobilien kaufen und verkaufen wollen. Unter diese Kategorie fallen verschiedene Objekte, beispielsweise Wohn- und Gewerbegebäude oder Grundstücke. Sie können sich jedoch auch auf eine Objektart konzentrieren. Laut Statista wurden im Jahr 2020 in Deutschland mehr als 750.000 Käufe und Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken registriert.

Also ist die Gründung einer Immobilien GmbH für die Vermietung und Verwaltung von Immobilien notwendig. Der Zweck und die Dauer der Vermietung sind dabei nicht ausschlaggebend.

Diese Art der GmbH wird außerdem relevant, wenn Sie an einem Projekt teilnehmen wollen, beispielsweise dem Neubau oder der Renovierung einer Immobilie. Darüber hinaus können Sie auch einfach als Investor eines Immobilienprojektes auftreten.

Es bietet sich auch an, eine solche GmbH zu gründen, wenn Sie vorhaben, Menschen in Immobilienangelegenheiten zu beraten. Dies kann verschiedene Arten von Aktivitäten umfassen, von der Schätzung von Grundstücken und Objekten bis hin zur rechtlichen Unterstützung bei entsprechenden Transaktionen.

Vorteile der Immobilien GmbH

Die Wahl dieser spezifischen Unternehmensform bringt nicht nur rechtliche Klarheit, sondern auch eine Reihe finanzieller und strategischer Vorteile mit sich. Lassen Sie uns diese nun näher betrachten.

Haftungsbeschränkung

Die Haftung der Gesellschafter ist auf den Betrag ihrer Einlagen beschränkt. Das bedeutet, dass sie im Falle von Verbindlichkeiten nicht mit ihrem gesamten Vermögen haften. So können im Falle einer Unternehmensinsolvenz oder entstehenden Schulden die persönlichen Vermögenswerte der Gesellschafter wie z. B. private Immobilien, Autos etc. nicht zur Deckung der Unternehmensschulden herangezogen werden.

Steuerliche Vorteile

Die deutsche Regierung bietet verschiedene steuerliche Vorteile für GmbHs an. Dazu gehören:

  • Abschreibungsmodelle: Sie helfen durch Berücksichtigung von Abnutzung und Alterung der Vermögenswerte dabei, die steuerpflichtigen Gewinne zu reduzieren.
  • Steuervorteile und Anreize: Die Regierung kann gewisse Vorteile und Anreize zur Förderung von Investitionen bieten.
  • Optimierung der Finanzflüsse: Vermögensverwaltende Gesellschafte können besondere Kreditbedingungen erhalten.

Professionelles Auftreten

Eine GmbH gilt als eine Unternehmensform, die bei Partnern und Kunden Vertrauen weckt. Für ihre Gründung ist ein solides Stammkapital erforderlich, es gibt strenge Anforderungen an die Buchführung und Informationen über das Unternehmen sind öffentlich zugänglich.

Daher sind viele Menschen, Investoren und Banken bereit, Geschäfte mit solchen Unternehmen zu tätigen. Dies ermöglicht es auch, vorteilhaftere Geschäftsbedingungen zu vereinbaren.

Nachteile der Immobilien GmbH 

Zweifelsohne gibt es auch einige Nachteile der vermögensverwaltenden GmbH wie der Immobilien-GmbH. Die wichtigsten davon haben wir hier aufgeführt.

Haftung des Geschäftsführers

Obwohl die GmbH eine beschränkte Haftung vorsieht, können auf den Geschäftsführer spezielle Regelungen zutreffen. In bestimmten Fällen kann er persönlich haften. Gründe sind unter anderem eine fehlerhafte Unternehmensführung, die Umgehung von Strafen oder die Nichterfüllung gesetzlicher Pflichten.

Komplexe Buchhaltung und Bilanzierung

GmbHs sind verpflichtet, vollständige Berichte über alle Finanztransaktionen zu führen und Jahresberichte zu erstellen. Das Nichteinhalten der strikten Regeln und Vorschriften kann zu negativen Konsequenzen führen. Zum Beispiel können Verstöße gegen die Buchführungs- oder Dokumentationsvorschriften gemäß § 334 HGB zu Geldstrafen führen. Laut § 331 HGB kann das Vorlegen von falschen Bilanzinformationen sogar zu einer Haftstrafe führen.

Insolvenzrisiko

Wie andere Unternehmen ist auch eine VV GmbH nicht vor Insolvenz geschützt. Fehlmanagement sowie externe Faktoren können zu einer Insolvenz führen. Bei einer Insolvenz verlieren die Gesellschafter und die Unternehmensleitung nicht nur ihr Geschäft, sondern auch ihren Ruf. Dies kann es in der Zukunft erschweren, ein neues Unternehmen zu gründen, da es schwieriger wird, Investoren und Kunden anzuziehen oder Kredite zu erhalten.

Immobilien GmbH Steuern

Die Tätigkeit jeder vermögensverwaltenden GmbH unterliegt einer entsprechenden Besteuerung. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Steuern für GmbHs in Deutschland.

Körperschaftsteuer

GmbHs müssen die Körperschaftsteuer entrichten. Gemäß § 23 KStG beträgt der Steuersatz dabei 15%. In einigen Fällen kann zusätzlich der sogenannte Solidaritätszuschlag erhoben werden. Er beträgt 5,5 % der Körperschaftsteuer.

Gewerbesteuer

Bei der Immobilienverwaltung muss eine GmbH Gewerbesteuer zahlen. Laut § 11 GewStG beträgt die Steuermesszahl für den Gewerbeertrag 3,5 %. Die tatsächliche Rate hängt jedoch vom Hebesatz ab, welcher von jeder Gemeinde einzeln festgelegt wird. Auf dieser interaktiven Karte können Sie die Hebesätze der Gemeinden für 2022 in Prozent einsehen. In einigen Gemeinden kann dieser Steuersatz bis zu 17 % betragen.

Umsatzsteuer

Dies ist eine Verbrauchssteuer, die auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben wird. § 12 UStG legt hierfür einen Steuersatz von 19 % fest. Das Gesetz legt auch die Bedingungen fest, unter denen der Satz auf 7 % reduziert werden kann.

Rechtliche Rahmenbedingungen der Immobilien GmbH

Wenn Sie eine Immobilienfirma gründen möchten, müssen Sie einige rechtliche Aspekte berücksichtigen.

Das GmbH-Gesetz regelt die Gründung, Verwaltung und Liquidation solcher Unternehmen. Es enthält auch Bestimmungen und Artikel, die sich direkt oder indirekt auf das Geschäft Immobilien beziehen. § 2 GmbHG legt beispielsweise die Grundanforderungen für den Gesellschaftsvertrag fest.

Darüber hinaus gibt es im HGB auch einige Bestimmungen, die indirekt Fragen bezüglich der Geschäftstätigkeit mit Immobilien betreffen. § 253 HGB ist beispielsweise besonders wichtig für die Bewertung von Immobilien und anderem Unternehmensvermögen.

Das Immobilien- und Mietrecht ist ebenfalls von großer Bedeutung für diese Art der Geschäftstätigkeit in Deutschland. Es spielt sowohl beim Vermieter- als auch beim Mieterschutz eine wichtige Rolle. Ein zentrales Gesetz ist beispielsweise § 535 BGB, der die Grundregeln für Mietverträge festlegt.

Wenn Sie eine Immobiliengesellschaft gründen möchten, sollten Sie sich also gründlich über diese Vorgaben informieren.

Alternativen zur GmbH im Immobiliensektor

Bei wirtschaftlichen Tätigkeiten im Immobiliensektor ist es wichtig, die richtige Rechtsform zu wählen. In Deutschland kann man für Immobilienunternehmen nicht nur die GmbH, sondern auch andere Rechtsformen wählen, die steuerliche und andere Vorteile bietem. Einige davon sind die folgenden:

  • GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts): Dies ist eine einfache Partnerschaft ohne Mindeststartkapital. Sie eignet sich für kleinere Projekte oder Joint Ventures von wenigen Personen. Diese Form ist ideal, wenn Sie in der Immobilienberatung tätig werden möchten.
  • OHG (Offene Handelsgesellschaft): Dies ist eine Partnerschaft mit unbeschränkter Haftung. Sie wird oft von Familienunternehmen genutzt, bei denen die Partner einander vertrauen.
  • AG (Aktiengesellschaft): Dies ist eine Gesellschaftsform, bei der das Kapital in Aktien aufgeteilt ist, die man frei verkaufen kann. Sie ist ideal für große Unternehmen mit hohem Umsatz geeignet. Diese Rechtsform kann eine gute Wahl sein, wenn Sie eine Immobilie verkaufen möchten.
  • KG (Kommanditgesellschaft): Bei dieser Geschäftsform gibt es mindestens zwei Partner: den Kommanditisten (mit beschränkter Haftung) und den Komplementär (mit unbeschränkter Haftung). Diese Form eignet sich besonders, wenn Sie Investoren anziehen möchten, ohne ihnen zu viel Einfluss zu geben.

Beispiele der Immobilien GmbH

Betrachten wir einige reale Beispiele von Immobilien GmbH mit unterschiedlichen Konzepten. Diese Beispiele zeigen die Vielfalt und Flexibilität von Immobilien-GmbHs auf. Die Vielseitigkeit dieser Unternehmensform ist beeindruckend - von der Entwicklung großer Bauprojekte bis hin zu kleinen Investitionsobjekten ist alles möglich.

  • Immobilienscout24 GmbH: Diese ist eine Online-Plattform für die Vermietung, den Verkauf und die Suche von Immobilien. Seit 1997 erleichtert sie das Vermieten und Mieten von Immobilien. Neben diesen Hauptfunktionen bietet sie eine Reihe von Zusatzleistungen an, darunter Beratung, Versicherung und einen Umzugsservice.
  • STRABAG Real Estate GmbH: Dieses Unternehmen entwickelt und setzt Projekte unterschiedlicher Größenordnungen um. Bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts realisiert es sowohl gewerbliche als auch Wohngebäude.
  • DEKA Immobilien GmbH: Dieses Unternehmen verwaltet Vermögenswerte im Immobilienbereich. Vor mehreren Jahrzehnten gegründet, befasst er sich mit verschiedenen Arten von Immobilien, von Bürogebäuden bis hin zu Wohnungen.

Es gibt natürlich viele große Unternehmen mit anderen Rechtsformen, zum Beispiel die LEG Immobilien AG oder die Vonovia SE. Sie haben oft Tochtergesellschaften in Form von GmbHs, die sich auf den Immobilienbereich spezialisiert haben.

4 Tipps, um eine Immobilienfirma zu gründen

Bei der Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH wie einem Immobilienunternehmen sollten Sie diesen 4 Tipps folgen:

  1. Betreiben Sie Marktforschung: Bestimmen Sie, welche Dienstleistungen derzeit besonders gefragt und wichtig sind. Entscheiden Sie auch, ob Sie mit gewerblichen oder Wohnimmobilien arbeiten möchten, oder ob Sie sich nicht spezialisieren möchten.
  2. Erstellen Sie einen Geschäftsplan: Legen Sie die Hauptmaßnahmen, Ziele und Kosten bei der Unternehmensgründung fest. Dies wird Ihnen nicht nur die Gründung erleichtern, sondern ist auch ein hervorragendes Instrument, um Investoren anzuziehen.
  3. Machen Sie sich mit der gesetzlichen Grundlage vertraut: Studieren Sie die Gesetze und die grundlegenden Steuerregelungen. Es ist auch ratsam, sich von einem Anwalt mit Fokus auf Immobilienrecht beraten zu lassen.
  4. Automatisieren Sie Prozesse: Delegieren Sie einige Aufgaben an Dienste wie Finom. Finom bietet eine Reihe von Dienstleistungen wie RechnungsstellungGeschäftskontoeröffnung, eigene Visa-Karten mit attraktivem Cashback und mehr an. Finom hat verschiedene Tarife für Unternehmen unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen Anforderungen. Für Freiberufler gibt es sogar einen kostenlosen Solo-Tarif.

Durch Befolgen dieser Ratschläge können Sie die Gründung Ihrer GmbH vereinfachen.

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Fazit

Wenn Sie eine Immobilienfirma gründen möchten, müssen Sie eine Reihe von Aspekten berücksichtigen. Sie sollten unbedingt daran denken, dass ein Mindestkapital von 25.000 Euro erforderlich ist, dass Sie zu doppelter Buchhaltung verpflichtet sind und verschiedene Steuern zahlen müssen. Andererseits sollten Sie auch nicht die beschränkte Haftung, die finanziellen Anreize und den hervorragenden Ruf der GmbH vergessen.

Wägen Sie alle Vor- und Nachteile einer Immobilien-GmbH ab und treffen Sie erst dann eine Entscheidung zur Gründung eines solchen Unternehmens. Eine GmbH könnte jedoch aufgrund des rechtlichen Schutzes, den sie bietet, und ihrer Struktur die optimale Lösung für Sie sein.

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