Zinsen auf Geschäftsguthaben zu verdienen ist möglich, wenn ein Teil Deiner Liquidität vorübergehend frei bleibt. Dafür kommen ein verzinstes Geschäftskonto, Tagesgeld, Festgeld, Geldmarktfonds oder kurzlaufende Anleihen infrage. Entscheidend ist, wann Du das Geld wieder brauchst und welches Risiko zu Deinem Unternehmen passt.
Warum sollten Unternehmen ihr Geschäftsguthaben verzinsen?
Geld, das längere Zeit unverzinst liegt, verliert durch Inflation an Kaufkraft. Freie Mittel können dagegen zusätzliche Erträge erwirtschaften.
Lege aber nur Kapital an, das Du nicht kurzfristig für Gehälter, Steuern, Lieferanten oder andere laufende Zahlungen brauchst. Eine saubere Liquiditätsplanung hat deshalb Vorrang vor einem möglichst hohen Zinssatz.
Geschäftskonto mit Online-BuchhaltungWelche Möglichkeiten gibt es, mit Geschäftsguthaben Zinsen zu verdienen?
Nicht bei allen fünf Varianten handelt es sich streng genommen um Bankzinsen. Bei Geldmarktfonds und Anleihen investierst Du Geld. Dadurch sind neben Erträgen auch Verluste möglich.
Verzinstes Geschäftskonto
Bei einem Geschäftskonto mit Zinsen bleibt das Geld für den Zahlungsverkehr verfügbar und wird je nach Tarif verzinst. Prüfe Guthabenlimits, Aktionszeiträume und Kontogebühren. Ein zusätzlich angebotenes «Zinskonto» kann rechtlich ein anderes Produkt als das eigentliche Geschäftskonto sein.
Tagesgeld für Unternehmen
Firmentagesgeld bietet einen variablen Zinssatz ohne feste Laufzeit. Es eignet sich besonders für kurzfristige Rücklagen. Auszahlungen erfolgen üblicherweise auf ein festgelegtes Referenzkonto. Dadurch kann zusätzliche Transferzeit entstehen.
Festgeld für Unternehmen
Beim Festgeld vereinbarst Du Zinssatz und Laufzeit im Voraus. Das macht den Ertrag planbarer, bindet aber Deine Liquidität. Lege dort nur Geld an, das Du voraussichtlich bis zur Fälligkeit nicht brauchst. Ob eine vorzeitige Verfügung möglich ist, regelt der jeweilige Vertrag.
Geldmarktfonds und fondsbasierte Zinskonten
Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Finanzinstrumente. Ihr Ertrag ist keine klassische Guthabenverzinsung. Der Wert kann schwanken und Verluste sind möglich. Auch Rückgabe und Auszahlung können je nach Produkt Zeit benötigen. Fondsanteile fallen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.
Kurzlaufende Anleihen
Kurzlaufende Staats- oder Unternehmensanleihen können Kuponzahlungen und Kursgewinne bringen. Die tatsächliche Rendite hängt unter anderem von Kaufpreis, Zahlungen und Kosten ab. Verschlechtert sich die Bonität des Emittenten, steigt das Ausfallrisiko. Bei einem Verkauf vor Fälligkeit sind außerdem Kursverluste möglich.
| Möglichkeit | Ertragsart | Verfügbarkeit | Schutz/Risiko | Geeignet für |
| Geschäftskonto | variable oder tarifabhängige Zinsen | sofortiger Zahlungsverkehr | Einlagensicherung prüfen | operatives Guthaben |
| Tagesgeld | variable Zinsen | kurzfristig verfügbar | Einlagensicherung prüfen | Liquiditätsreserve |
| Festgeld | vereinbarte Zinsen | grundsätzlich bis Fälligkeit gebunden | Einlagensicherung prüfen | planbar freie Mittel |
| Geldmarktfonds | Investmentertrag | Rückgabe- und Abwicklungsfrist | Markt- und Produktrisiko | flexible Anlage bei akzeptiertem Risiko |
| kurzlaufende Anleihen | Kupon und mögliche Kursentwicklung | Verkauf zum Marktpreis möglich | Kurs- und Ausfallrisiko | Mittel mit passendem Anlagehorizont |
Worauf solltest Du bei Zinsen, Verfügbarkeit und Sicherheit achten?
- Freie Liquidität: Plane zuerst Gehälter, Steuern, Lieferantenrechnungen und einen angemessenen Zahlungspuffer ein. Passe den Anlagezeitraum an den nächsten erwarteten Geldbedarf an.
- Tatsächlicher Ertrag: Vergleiche Aktionsdauer, Folgezins, Guthabenlimits und Gebühren gemeinsam. Ein hoher Werbezins führt nicht automatisch zum höchsten Gesamtertrag.
- Produktzugang: Prüfe zugelassene Rechtsformen, Mindestanlage, ein möglicherweise erforderliches Geschäftskonto und die tatsächliche Transferdauer. «Jederzeit verfügbar» bedeutet nicht automatisch sofortige Zahlungsbereitschaft.
- Schutz: Entschädigungsfähige Bankeinlagen sind grundsätzlich bis 100.000 € je Einleger:in und Kreditinstitut gesetzlich geschützt, nicht je Konto. Fondsanteile und Anleihen fallen nicht unter diesen Einlagenschutz. Regulierung oder Vermögenstrennung garantiert ebenfalls keine Rückzahlung.
Zinsen berechnen: Wie viel bringt Dein Geschäftsguthaben?
Für das Beispiel nehmen wir 2 % p. a. an. «P. a.» bedeutet pro Jahr. Die Anlagedauer beträgt sechs Monate.
| Anlagebetrag | Zinssatz | Anlagedauer | Ertrag vor Kosten und Steuern |
| 10.000 € | 2 % p. a. | 6 Monate | 100 € |
| 50.000 € | 2 % p. a. | 6 Monate | 500 € |
| 100.000 € | 2 % p. a. | 6 Monate | 1.000 € |
Vereinfachte Berechnung: Anlagebetrag × Jahreszinssatz × 6/12.
Das Beispiel setzt ein konstantes Guthaben und keine Wiederanlage der Zinsen voraus. Der tatsächliche Ertrag hängt von Laufzeit, Zinssatz, Gebühren und Berechnungsmethode ab. Für Fonds oder Anleihen ist diese Rechnung kein Renditeversprechen.
Wie kannst Du mit dem Finom Zinskonto Erträge erzielen?
Das Finom Zinskonto ist eine fondsbasierte Investmentlösung und kein klassisches Tages- oder Festgeld. Die Wertpapierdienstleistung stellt Aksys Global Markets Europe Ltd. bereit. Aksys ist von der Cyprus Securities and Exchange Commission reguliert und besitzt die Lizenz 456/25. Die Gelder werden in qualifizierte Geldmarktfonds, sogenannte QMMF, investiert. Die Ertragskonditionen hängen vom Tarif und von den jeweiligen Marktbedingungen ab.
Stand 16. September 2026 können berechtigte Kund:innen 5 % p. a. für fünf Monate erhalten. Die Guthabengrenze hängt vom Tarif ab und reicht von 10.000 € bis 200.000 €. Oberhalb der jeweiligen Grenze sowie nach der Aktion gilt der tarifabhängige Standardzins. Die aktuellen Aktionsbedingungen sind bis 31. Oktober 2026 befristet.
Das Zinskonto unterliegt nicht der klassischen Einlagensicherung. Trotz der Ausrichtung der QMMF auf geringe Volatilität bleibt ein Investmentrisiko bestehen. Abhebungen sind möglich, können laut Finom in bestimmten Fällen jedoch bis zu drei Werktage dauern.
Prüfe die aktuellen Konditionen des Finom Zinskontos.
FAQ
Sind Zinsen auf Geschäftsguthaben steuerpflichtig?
Grundsätzlich fließen betriebliche Zins- und Investmenterträge in die steuerliche Gewinnermittlung ein. Die genaue Behandlung hängt von Rechtsform und Produkt ab. Bei unbeschränkt steuerpflichtigen Kapitalgesellschaften gelten die Einkünfte grundsätzlich als Einkünfte aus Gewerbebetrieb.
Kannst Du Firmentagesgeld ohne Wechsel des Geschäftskontos nutzen?
Ja, wenn der Anbieter Dein bestehendes Geschäftskonto als Referenzkonto akzeptiert. Prüfe außerdem, ob Deine Rechtsform zugelassen ist, welche Mindestanlage gilt und wie lange Überweisungen zwischen beiden Konten dauern.
Darfst Du Geschäftsgeld auf einem privaten Tagesgeldkonto anlegen?
Das hängt von Rechtsform und Vertragsbedingungen ab. Bei Kapitalgesellschaften müssen die Mittel der Gesellschaft zugeordnet bleiben. Bei Einzelunternehmen solltest Du zusätzlich prüfen, ob der Anbieter eine geschäftliche Nutzung erlaubt und ob die betriebliche Zuordnung in Deiner Buchhaltung eindeutig bleibt.
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