Die degressive Abschreibung hilft Dir 2026, hohe Investitionen schneller steuerlich geltend zu machen und Deine Liquidität gezielt zu stärken. Gerade bei steigenden Kosten stellt sich die Frage, ob die lineare oder degressive Abschreibung besser zu Deinem Unternehmen passt.
Was ist die degressive Abschreibung?
Die degressive Abschreibungsmethode ist eine Methode, bei der die Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren am höchsten sind und im Laufe der Zeit abnehmen. Diese Methode wird oft auch als degressive AfA bezeichnet, wobei „AfA“ für „Absetzung für Abnutzung“ steht.
Sie hilft, die Steuerlast nach Anschaffungen zu senken, da hohe Anfangsinvestitionen schneller abgeschrieben werden können. Durch höhere Abschreibungen für die Anschaffung oder Herstellung von beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens in den ersten Jahren profitierst Du als Unternehmer von einer höheren Liquidität zur Reinvestition.
Die degressive Abschreibung ist besonders bei größeren Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge oder bewegliche Wirtschaftsgüter attraktiv.
Die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung durch das Wachstumschancengesetz
Der Gesetzgeber hat die degressive Abschreibung nach ihrer Aussetzung wieder aktiviert und im Rahmen des Wachstumschancengesetzes angepasst. Das Ziel ist klar: Unternehmen sollen schneller investieren und ihre Liquidität stärken.
Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens kannst Du nach § 7 Abs. 2 EStG die degressive Abschreibung nutzen. Der Abschreibungssatz beträgt bis zu 30 % des jeweiligen Restbuchwerts und höchstens das Dreifache der linearen Abschreibung.
Entscheidend ist der Zeitpunkt der Anschaffung oder Herstellung. Nur Investitionen innerhalb des gesetzlich festgelegten Begünstigungszeitraums profitieren von dieser Regelung.
Für Dich heißt das: Planst Du eine größere Investition, lohnt sich ein genauer Vergleich zwischen degressiver und linearer Abschreibung. Gerade in den ersten Jahren kannst Du Deine Steuerlast spürbar senken und finanziellen Spielraum gewinnen.
Was ist der Unterschied zwischen linearer und degressiver Abschreibung?
Bei der degressiven Abschreibung handelt es sich um eine Methode, bei der die Abschreibungsbeträge zu Beginn höher sind und über die Jahre abnehmen. Dies kann insbesondere bei größeren Investitionen hilfreich sein und zu erheblichen Steuervorteilen führen.
Der Prozentsatz für die degressive Abschreibung kann variieren. Für 2026 beträgt er bei beweglichen Wirtschaftsgütern maximal 30%, wobei in bestimmten Fällen auch niedrigere Prozentsätze zur Anwendung kommen.
Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts gleichmäßig über dessen gesamte Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben. Somit bleibt der Abschreibungsbetrag jedes Jahr gleich.
Da die Beträge bei der linearen Abschreibung gleich bleiben, gilt sie als stabilere, aber auch weniger flexible Abschreibungsmethode. Ein Vorteil der linearen Methode ist jedoch die gleichmäßige Verteilung der Kosten.
Hier ein kurzer Vergleich der beiden Methoden:
- Lineare Abschreibung: Konstante Abschreibungsbeträge, einfache Berechnung, langfristig planbare Steuerentlastung
- degressive Abschreibung: Höhere Abschreibung in den ersten Jahren, sinkende Jahresbeträge, größere Flexibilität in der Steuerplanung
Die Wechseloption: Von der degressiven zur linearen Abschreibung
Du kannst während der Nutzungsdauer eines Wirtschaftsguts von der degressiven zur linearen Abschreibung wechseln. Das erlaubt Dir § 7 EStG. Der umgekehrte Weg ist jedoch nicht möglich.
Warum ist das interessant?
Mit der degressiven Abschreibung nutzt Du in den ersten Jahren hohe Abschreibungsbeträge. Das senkt Deine Steuerlast frühzeitig und stärkt Deine Liquidität. Sobald die Abschreibungsbeträge rechnerisch niedriger ausfallen als bei der linearen Methode, kannst Du zur linearen Abschreibung wechseln.
So sicherst Du Dir zwei Vorteile:
- hohe Abschreibung zu Beginn
- gleichmäßige Restwertverteilung in den späteren Jahren
Gerade bei Wirtschaftsgütern mit längerer Nutzungsdauer kann diese Strategie sinnvoll sein. Du nutzt den steuerlichen Effekt am Anfang und schaffst später mehr Planbarkeit.
Für Dich bedeutet das: Die degressive Abschreibung ist kein Entweder-oder. Mit der richtigen Planung kombinierst Du beide Methoden und steuerst Deine Steuerlast aktiv.
Rechtsgrundlagen: Wer darf degressiv abschreiben?
Nicht jede Anschaffung kannst Du automatisch degressiv abschreiben. Die Grundlage bildet § 7 Abs. 2 EStG.
Die degressive Abschreibung steht Unternehmer:innen offen, unabhängig von der Rechtsform. Ob Einzelunternehmen, GmbH oder AG: Entscheidend ist nicht die Rechtsform, sondern die Art des Wirtschaftsguts.
Die wichtigste Voraussetzung lautet:
Es muss sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handeln. Dazu zählen zum Beispiel Maschinen, betriebliche Fahrzeuge oder IT-Ausstattung.
Nicht begünstigt sind:
- Gebäude
- immaterielle Wirtschaftsgüter wie Lizenzen oder Markenrechte
- Wirtschaftsgüter außerhalb des gesetzlich festgelegten Begünstigungszeitraums
Wichtig ist außerdem der Zeitpunkt der Anschaffung oder Herstellung. Nur Wirtschaftsgüter, die innerhalb des jeweils gültigen Investitionszeitraums angeschafft oder hergestellt wurden, können degressiv abgeschrieben werden.
Privatpersonen können die degressive Abschreibung grundsätzlich nicht nutzen, es sei denn, sie erzielen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb oder aus Vermietung und Verpachtung.
Für Dich heißt das: Entscheidend ist nicht Deine Unternehmensgröße, sondern ob Dein Investitionsgut die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt.
Degressive Abschreibung für Kleinunternehmer:innen und Selbstständige
Gerade für Kleinunternehmer:innen und Selbstständige kann die degressive Abschreibung ein echter Liquiditätshebel sein. In den ersten Geschäftsjahren fallen oft hohe Investitionen an, während die Umsätze noch wachsen. Eine höhere Abschreibung zu Beginn entlastet Deine Steuerlast schneller.
Die Regel gilt für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens innerhalb des gesetzlich festgelegten Investitionszeitraums. Typische Beispiele sind:
- Maschinen
- betriebliche Fahrzeuge
- Computer und IT-Ausstattung
Durch die degressive Abschreibung kannst Du in den ersten Jahren höhere Beträge geltend machen als bei der linearen Methode. Das verschafft Dir finanziellen Spielraum für neue Projekte, Marketing oder Personal.
Wichtig: Die degressive Abschreibung ist von anderen steuerlichen Instrumenten wie der Sonderabschreibung nach § 7g EStG zu unterscheiden. Ob zusätzliche Abschreibungen möglich sind, hängt von Deinem Gewinn und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.
Für Dich bedeutet das: Wenn Du investierst, lohnt sich eine strategische Planung. Gerade als Selbstständige:r oder Kleinunternehmer:in kannst Du Deine Steuerbelastung aktiv steuern und Deine Liquidität stabil halten.
Anwendungsbereiche der degressiven Abschreibung
Die degressive Abschreibung kommt vor allem bei Investitionen zum Einsatz, die Dein Unternehmen in der Start- oder Wachstumsphase stark belasten.
Typische Anwendungsfälle sind:
- die Anschaffung neuer Maschinen in der Produktion
- der Kauf eines betrieblichen Fahrzeugs
- der Ausbau der IT-Infrastruktur
- größere Büro- oder Betriebsausstattung
Gerade wenn hohe Anfangskosten auf noch schwankende Umsätze treffen, kann die degressive Methode sinnvoll sein. Du nutzt höhere Abschreibungen in den ersten Jahren und entlastest so Deine Liquidität genau dann, wenn sie am meisten gebraucht wird.
Weniger geeignet ist die Methode bei Investitionen mit sehr kurzer Nutzungsdauer oder wenn Du von Beginn an gleichmäßige Abschreibungsbeträge bevorzugst.
Kurz gesagt: Die degressive Abschreibung ist besonders dort sinnvoll, wo hohe Anfangsinvestitionen auf einen geplanten Unternehmensaufbau treffen.
Degressiv abschreiben: Formel und Beispiel
Die degressive Abschreibung berechnest Du mit einem festen AfA-Satz. Dieser wird jedes Jahr auf den jeweiligen Restbuchwert angewendet. Dadurch sinken die Abschreibungsbeträge von Jahr zu Jahr.
Der AfA-Satz beträgt bis zu 30 % des Restbuchwerts, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Im ersten Jahr gilt:
Abschreibung im ersten Jahr = Anschaffungskosten × AfA-Satz
Ab dem zweiten Jahr gilt:
Abschreibung = Restbuchwert zu Jahresbeginn × AfA-Satz
Der Restbuchwert ergibt sich aus den Anschaffungskosten abzüglich der bisher vorgenommenen Abschreibungen.
Da sich der Restbuchwert jährlich reduziert, verringert sich auch der Abschreibungsbetrag. Genau das macht die degressive Methode aus.
Nehmen wir ein praktisches Beispiel mit Anschaffungskosten von 10.000 € und einem AfA-Satz von 30%:
| Jahr | Berechnung | Abschreibungsbetrag | Verbleibender Wert |
| 1 | 10.000 € × 30 % | 3.000 € | 7.000 € |
| 2 | (10.000 € - 3.000 €) × 30 % | 2.100 € | 4.900 € |
| 3 | (10.000 € - 3.000 € - 2.100 €) × 30 % | 1.470 € | 3.430 € |
Zusätzlich zur degressiven Abschreibung gibt es auch die kalkulatorische Abschreibung. Diese wird intern zur Bestimmung der Kosten eines Wirtschaftsguts genutzt und spiegelt nicht immer die tatsächliche steuerliche Abschreibung wider.
Die kalkulatorische Abschreibung wird oft zur Berechnung der internen Wirtschaftlichkeit von Anlagen oder Maschinen herangezogen, da sie auf den Wiederbeschaffungskosten und nicht auf den historischen Anschaffungskosten basiert. Sie ist besonders in der Kostenrechnung von Unternehmen relevant, um zukünftige Investitionen besser planen zu können.
So wird die degressive Abschreibung in den folgenden Jahren weitergeführt. Dabei verringert sich der Abschreibungsbetrag mit jedem Jahr.
Steuerliche und finanzielle Auswirkungen für Unternehmen und Selbstständige
Die degressive Abschreibung bietet Unternehmen und Selbstständigen erhebliche steuerliche Vorteile, insbesondere in den ersten Jahren nach der Anschaffung eines Wirtschaftsguts.
Durch die in Anspruch genommene degressive Abschreibung kannst Du in diesen Jahren höhere Abschreibungsbeträge geltend machen, was zu einer sofortigen Reduzierung Deiner Steuerlast führt. Dies ist besonders vorteilhaft für Unternehmen, die in Wachstumsphasen investieren möchten.
Beispiel 1: Maschinenkauf
Nehmen wir an, Du bist Hersteller und kaufst eine Maschine für 100.000 €. Mit einem AfA-Satz von 30% kannst Du im ersten Jahr 30.000 € abschreiben. Im zweiten Jahr wären es 21.000 € und im dritten Jahr 14.700 €:
- Jahr 1: 100.000 € × 30 % = 30.000 €
- Jahr 2: (100.000 € - 30000 €) × 30 % = 21.000 €
- Jahr 3: (100.000 € - 30.000 € - 21.000 €) × 30 % = 14.700 €
Diese hohen anfänglichen Abschreibungsbeträge reduzieren Deine steuerliche Belastung erheblich und geben Dir mehr Spielraum für zukünftige Investitionen.
Beispiel 2: Fahrzeuge für ein Dienstleistungsunternehmen
Angenommen, Du betreibst ein Dienstleistungsunternehmen und investierst in zwei Fahrzeuge zu je 30.000 €. Auch hier gilt ein AfA-Satz von maximal 30%.
- Jahr 1 für jedes Fahrzeug: 30.000 € × 30 % = 9.000 €
- Jahr 2 für jedes Fahrzeug: (30.000 € - 9.000 €) × 30 % = 6.300 €
- Jahr 3 für jedes Fahrzeug: (30.000 € - 9.000 € - 6.300 €) × 30 % = 4.410 €
Insgesamt hast Du durch die degressive Abschreibung in den ersten drei Jahren insgesamt 19.710 € pro Fahrzeug abgeschrieben. Dies verbessert Deine Liquidität und ermöglicht Dir weiteres Wachstum durch Investitionen.
Langfristige Auswirkungen
Die Möglichkeit, in den ersten Jahren höhere Abschreibungsbeträge geltend zu machen, hat nicht nur kurzfristige Vorteile. Langfristig wirkt sich die degressive Abschreibung positiv auf die Finanzplanung Deines Unternehmens aus. Du kannst diese zusätzlichen Mittel nutzen, um in neue Projekte, Schulungen oder Marketing zu investieren.
Die steuerliche Entlastung, die Du durch die degressive Abschreibung erhältst, kann entscheidend sein, um finanzielle Engpässe zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit Deines Unternehmens zu steigern.
Es lohnt sich, vor größeren Investitionen Deine Optionen abzuwägen und die steuerlichen Vorteile der degressiven Abschreibung zu nutzen. Beachte jedoch, dass Du die entsprechenden rechtlichen Vorgaben einhältst und die Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts richtig ermittelst, um die bestmögliche steuerliche Entlastung zu erzielen.
FAQ
Für welche Wirtschaftsgüter gilt die degressive Abschreibung?
Die degressive Abschreibung gilt für neue bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wie Maschinen, Fahrzeuge oder Büroausstattung.
Wann endet die Möglichkeit zur degressiven Abschreibung?
Die degressive Abschreibung endet nicht automatisch zu einem festen Datum. Entscheidend ist der gesetzlich festgelegte Investitionszeitraum.
Maßgeblich ist das Anschaffungs- oder Herstellungsdatum des Wirtschaftsguts. Liegt es innerhalb des begünstigten Zeitraums, kannst Du die degressive Abschreibung nutzen.
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