Eine GmbH zu gründen bringt mehr Kosten mit sich als nur das Stammkapital. Erfahre, welche einmaligen und laufenden Ausgaben wirklich anfallen, wo Du Kosten sparen kannst und wie Du Dein Gründungsbudget realistisch planst.

Inhalt

Was kostet es, eine GmbH zu gründen? Alle Gründungskosten im Überblick

KostenpunktRealistischer Richtwert
Stammkapital25.000 €
Mindesteinzahlung bei Bargründung12.500 €
Notariat einschließlich Auslagenetwa 500 € bis 850 €
Handelsregister und Registerdatenetwa 225 €
Gewerbeanmeldung20 € bis 65 €
Geschäftskontoabhängig von Anbieter und Tarif
Rechts- oder Steuerberatungabhängig vom Umfang der Beratung
Finanzbedarf ohne Beratungetwa 13.250 € bis 13.700 €

Warum unterscheiden sich Gründungskosten und Kapitalbedarf einer GmbH?

Wer eine GmbH gründet, sollte zwischen Kapitalbedarf und eigentlichen Gründungskosten unterscheiden. Für eine normale Bargründung mit individuellem Vertrag liegen die eigentlichen Gründungsausgaben meist zwischen 1.000 € und 1.500 €. Komplexe Beteiligungen, Sacheinlagen oder externe Beratung erhöhen die Summe.

Das Stammkapital gehört dagegen der Gesellschaft. Zahlst Du zunächst 12.500 € Stammkapital ein, solltest Du ohne externe Beratung insgesamt mit etwa 13.250 € bis 13.700 € rechnen. Bei vollständiger Einzahlung des Stammkapitals erhöht sich der Finanzbedarf entsprechend auf etwa 25.750 € bis 26.150 €. Die IHK München empfiehlt, für eine GmbH-Gründung mit Kosten von mindestens 1.000 € zu rechnen.

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Welche Gründungskosten hat eine GmbH?

Wie hoch muss das Stammkapital sein?

Das gesetzliche Mindeststammkapital beträgt 25.000 €. Bei einer Bargründung musst Du vor der Anmeldung mindestens 12.500 € einzahlen. Außerdem muss auf jeden Geschäftsanteil mindestens ein Viertel seines Nennbetrags eingezahlt sein.

Das Stammkapital ist keine Gebühr und verschwindet nicht in einer Amtsschublade. Nach der Gründung darf die Geschäftsführung das Geld für betriebliche Zwecke einsetzen, etwa für Waren, Miete, Software oder Marketing.

Die Gesellschaft muss dabei zahlungsfähig bleiben. Das Vermögen, das zur Erhaltung des Stammkapitals nötig ist, darf nicht einfach an Gesellschafter:innen ausgezahlt werden. Offene Einlagen bleiben ebenfalls geschuldet.

Welche Notarkosten entstehen bei der GmbH-Gründung?

Wer eine GmbH gründen möchte, benötigt einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag. Das Notariat bereitet je nach Auftrag weitere Unterlagen vor und meldet die Gesellschaft elektronisch zum Handelsregister an.

Typische Leistungen sind:

  • Entwurf und Beurkundung des Gesellschaftsvertrags
  • Protokollierung des Gründungsbeschlusses
  • Bestellung der Geschäftsführung
  • Erstellung der Gesellschafterliste
  • Vorbereitung der Handelsregisteranmeldung
  • elektronische Übermittlung der Registerdaten

Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz. Sie hängen vor allem vom Stammkapital, der Zahl der Beteiligten und den beauftragten Leistungen ab. Bei einer Bargründung mit individueller Satzung liegen die notariellen Kosten häufig im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich. 

Zusätzliche Beschlüsse oder komplexe Verträge erhöhen die Kosten. Auslagen und 19 % Umsatzsteuer kommen hinzu. Offizielle Berechnungsbeispiele nennen je nach Fall rund 408 € bis 830 € einschließlich Umsatzsteuer.

Bevor Du ein Unternehmen gründen lässt, solltest Du klären, welche Aufgaben das Notariat übernimmt. So kannst Du Angebote sinnvoll vergleichen und vermeidest doppelte Arbeit.

Was kostet der Eintrag ins Handelsregister?

Seit dem 1. Juni 2025 kostet die Ersteintragung einer GmbH ohne Sacheinlage 225 €. Bei einer Gründung mit Sacheinlagen beträgt die gerichtliche Eintragungsgebühr 360 €. Hinzu kommen die Kosten des Notariats für Anmeldung und Vollzug.

Prüfe Zahlungsaufforderungen nach der Eintragung genau. Private Anbieter versenden häufig Schreiben, die amtlich wirken. Eine Überweisung kann dabei einen kostenpflichtigen Vertrag auslösen.

Wie viel kostet die Gewerbeanmeldung?

Die GmbH meldest Du beim Gewerbeamt am Unternehmenssitz an. Die Kommunen legen die Gebühr selbst fest. Üblich sind 20 € bis 65 €. Erlaubnisse, Auszüge oder Einträge in die Handwerksrolle können weitere Kosten verursachen.

Warum braucht die GmbH ein Geschäftskonto?

Ein eigenes Konto ist für die Gründung praktisch unverzichtbar. Nach der Beurkundung eröffnest Du es für die GmbH in Gründung. Anschließend zahlen die Gesellschafter:innen ihre Einlagen ein. Für die Handelsregisteranmeldung bestätigt die Geschäftsführung, dass das erforderliche Stammkapital ordnungsgemäß eingezahlt wurde.

Das Geschäftskonto erfüllt drei zentrale Aufgaben:

  1. Es dokumentiert die Einzahlung des Stammkapitals.
  2. Es trennt private und geschäftliche Zahlungen.
  3. Es erleichtert Buchhaltung, Steuererklärungen und Zahlungsverkehr.

Vergleiche nicht nur die Grundgebühr. Achte auch auf Buchungskosten, Karten, Nutzerzugänge, Unterkonten und Schnittstellen zur Buchhaltung.

Welche Kosten entstehen nach der GmbH-Gründung?

Laufender PostenWovon hängt der Betrag ab?
BuchhaltungZahl der Belege, Umsätze und Eigenleistung
JahresabschlussBilanzsumme, Umsatz und Aufwand
SteuerberatungLeistungsumfang und gesetzlicher Gebührenrahmen
GeschäftskontoTarif, Karten und Transaktionen
IHK oder HandwerkskammerStandort, Ertrag und Kammerregeln
OffenlegungUmfang und gewählter Übermittlungsweg

Eine GmbH muss Bücher führen, einen Jahresabschluss erstellen und Steuererklärungen abgeben. Diese Pflichten gelten auch bei geringen Umsätzen oder in einem Jahr ohne nennenswerte Geschäftstätigkeit. Dadurch entstehen laufende Kosten, selbst wenn die GmbH kaum Einnahmen erzielt.

Die Steuerberatungskosten lassen sich nicht seriös pauschal festlegen. Belegmenge, Umsatz, Personal und Eigenleistung beeinflussen den Preis. Hole deshalb ein konkretes Angebot ein und lege genau fest, wer Belege erfasst, Löhne abrechnet und den Jahresabschluss erstellt.

Wie lassen sich die Kosten bei der GmbH-Gründung senken?

Das gesetzliche Musterprotokoll verbindet Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste und Geschäftsführerbestellung. Du darfst es nutzen, wenn höchstens drei Gesellschafter:innen beteiligt sind und die Gesellschaft nur eine Geschäftsführung hat. Individuelle Änderungen sind im vereinfachten Verfahren nicht möglich.

Vorteile:

  • geringere Notarkosten
  • weniger Abstimmungsaufwand
  • schneller vorbereitete Dokumente

Nachteile:

  • keine individuellen Regeln zu Stimmrechten oder Anteilsverkäufen
  • nur eine Geschäftsführer:in möglich
  • oft ungeeignet für Investor:innen oder mehrere Beteiligte
  • spätere Satzungsänderungen verursachen neue Notar- und Registerkosten

Das Musterprotokoll passt vor allem zu einfachen Gründungen mit bis zu drei Gesellschaftern. Bei mehreren Beteiligten spart ein guter Vertrag oft mehr Geld als die günstigste Gründungsvariante.

Was ist günstiger: GmbH oder UG?

MerkmalGmbHUG (haftungsbeschränkt)
Mindeststammkapital25.000 €ab 1 €
Einzahlung vor Eintragungmindestens 12.500 €vollständig
Sacheinlagenmöglichausgeschlossen
Haftungsbeschränkungjaja
gesetzliche Rücklagekeine besondere Ansparpflicht25 % des bereinigten Jahresüberschusses

Bei der Frage GmbH oder UG kommt es vor allem auf Deinen Kapitalbedarf an. Eine UG senkt den sofortigen Kapitalbedarf. Das Stammkapital sollte aber die ersten Rechnungen decken. Eine Gründung mit nur 1 € ist rechtlich möglich, wirtschaftlich jedoch selten sinnvoll.

Die UG muss 25 % ihres um Verlustvorträge bereinigten Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen. Diese Pflicht endet nicht automatisch bei 25.000 €. Erst eine formelle Kapitalerhöhung und der Wechsel zur GmbH beenden den UG-Status.

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Welche Fehler verteuern die GmbH-Gründung?

  1. Stammkapital und Gebühren verwechseln: Die 25.000 € sind Gesellschaftskapital, keine verlorenen Kosten.
  2. Nur bis zur Registereintragung rechnen: Plane Buchhaltung, Jahresabschluss, Konto und Kammerbeiträge für mindestens 12 Monate.
  3. Beratung vollständig streichen: Bei mehreren Beteiligten kann ein unklarer Vertrag später hohe Kosten und Konflikte verursachen.
  4. Zu wenig Liquidität behalten: Das eingezahlte Kapital darf für den Betrieb genutzt werden, sollte aber nicht sofort vollständig verplant sein.
  5. Ungeprüfte Rechnungen bezahlen: Kontrolliere nach der Eintragung Absender, Aktenzeichen und Zahlungsempfänger.

FAQ 

Wie viel kostet es, eine GmbH zu gründen?

Neben dem Stammkapital entstehen unter anderem Kosten für Notariat, Handelsregister, Gewerbeanmeldung und gegebenenfalls Beratung. Je nach Gründungsform solltest Du insgesamt mit einem Finanzbedarf von rund 13.250 € bis 13.700 € rechnen.

Was kostet eine GmbH-Gründung ohne Stammkapital?

Ohne Stammkapital solltest Du für eine gewöhnliche Bargründung etwa 1.000 € bis 1.500 € einplanen. Beratung, Sacheinlagen oder komplexe Verträge erhöhen den Betrag.

Wie hoch sind die Notarkosten bei einer GmbH-Gründung?

Bei einfachen Gründungen liegen sie häufig zwischen rund 500 € und 850 €. Umfangreiche Verträge, mehrere Beschlüsse und zusätzliche Leistungen können den Preis erhöhen.

Muss man die 25.000 € Stammkapital sofort einzahlen?

Nein. Bei einer Bargründung müssen zunächst mindestens 12.500 € eingezahlt sein. Zusätzlich muss auf jeden Geschäftsanteil mindestens ein Viertel des Nennbetrags eingezahlt sein.

Welche laufenden Kosten hat eine GmbH?

Typische Posten sind Buchhaltung, Steuerberatung, Jahresabschluss, Offenlegung, Geschäftskonto und Kammerbeiträge. Die tatsächliche Höhe hängt stark vom Geschäftsbetrieb ab.

Kann man eine GmbH günstiger als mit 25.000 € gründen?

Das gesetzliche Stammkapital bleibt 25.000 €. Du kannst zunächst 12.500 € einzahlen. Bei geringerem Kapital kommt eine UG als Alternative infrage.

Was kostet eine GmbH-Gründung mit Steuerberater:in?

Plane zusätzlich etwa 500 € bis 2.000 € für Beratung, steuerliche Anmeldung und eine Eröffnungsbilanz ein. Bei komplexen Beteiligungen oder Sacheinlagen kann der Betrag deutlich höher liegen.

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